Entscheidung in Okinawa #preväterlicheIntuition 

Da waren wir also, vermeintlich gut ausgestattet mit Kindermöbeln/Klamotten/Spielzeug und Kinderwagen, Krankenhaus ausgesucht und etwas ausgehungert vom Gras #youremember. Man(n) könnte meinen die Vorbereitung wäre abgeschlossen gewesen. #Mannkönntedas #Fraunicht #kennter.

Die Frau hatte ihre Vorbereitungen also noch lange nicht abgeschlossen. Der Besuch eines Geburtsvorbereitungskurses war für sie quasi Pflicht. Im Umkehrschluss hieß das, dass er für mich quasi auch Pflicht war. #Yeah #nicht.

Geburtsvorbereitungskurs also.

Ich hatte zwar null Ahnung, was mich da im Detail erwarten würde, meine #preväterliche Intuition #jasowasgibts #anderesthema hat mir allerdings unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass das eine für mich unangenehme Veranstaltung werden würde. Eines vorweg: ich sollte Recht behalten.

Aber von vorn.

Der Plan sah vor, an einem dieser Kurse im Krankenhaus unserer Wahl teilzunehmen. Den Plan hatten scheinbar aber auch noch ungefähr 500 der zukünftigen Elternpaare, die auch schon bei der Krankenhausbesichtigung waren #ihrerinnerteuch. Krankenhaus 1 war damit aus dem Rennen, kein Platz mehr frei #oooohhhh #watnpech. Krankenhaus 3 #ichzieheesnachwievordurch bot auch solche Kurse an, allerdings sah da die Lage nicht besser aus, als im Krankenhaus 1. Alle Plätze belegt #kommensiedochnächstesjahrwieder #isklar.

Ich hab innerlich schon einen kleinen Freudentanz aufgeführt, wieviele solcher Kurse kann es schon geben…allerdings übersah ich eine noch offene Option.

Das Geburtshaus.

Es gab also ein Geburtshaus in unserer Stadt #mannlerntnieaus. Ich hab das dann mal bei Wikipedia nachgelesen, es gibt nur ca. 100 Geburtshäuser in Deutschland. Wieviel Pech kann man bitte haben!? Als ob die Tatsache, dass es überhaupt ein Geburtshaus in unserer Stadt gibt, nicht schon schlimm genug wäre, war da sogar noch ein Platz für so einen Kurs frei.

Die Frau wollte natürlich an dem Kurs teilnehmen, bzw. wir wollten natürlich an dem Kurs teilnehmen #isklar. Ich muss gestehen, ich bin jetzt nicht so der Freund davon, mich mit einem Haufen wildfremder Leute zusammenzusetzen und über die Geburt meines Kindes zu reden.

Der Frau zuliebe haben wir uns aber trotzdem angemeldet #fürsgutegefühl #wissterbescheid. Wir haben den Wochenend-Crashkurs gewählt, denn da über 8 oder 10 Wochen hinweg, einmal die Woche für 2 Stunden hinzugehen kam für mich überhaupt nicht in Frage. Termin stand also.

Ich hab mich vorab mal auf deren Website umgeschaut, ich wollte ja wissen, was da auf mich zukommt.

Folgendes habe ich auf der #semischönen Website gefunden:

„…In diesem Kurs können Frauen Erfahrungen und Empfindungen über das Erleben der Schwangerschaft austauschen. Sie erhalten wichtige Informationen über Veränderungen in der Schwangerschaft, über die Geburt und das Leben mit einem Neugeborenen. Stillen, Prophylaxe, Säuglingspflege sind in allen Geburtsvorbereitungskursen wichtige Themen.

Atem- und Entspannungsübungen unterstützen die Körperwahrnehmung und geben Vertrauen in die Kraft des eigenen Körpers. Themen wie der Umgang mit Schmerzen, Gebärhaltungen und Atemhilfen bestärken die Frau in ihrer Gebärfähigkeit. In allen geburtsvorbereitenden Kursen besteht jederzeit die Möglichkeit, offene Fragen zu klären…“

(Geburtshaus)

 

Erfahrungen über Empfindungen und das Erleben der Schwangerschaft austauschen #ohman #aufwashabichmichdaeingelassen.

Start war an einem Freitag, 18Uhr, aka „ganz schön spät für sowas“, formerly known as „Vorbereitung auf die schlaflose Zeit?“. Freitag 18-22Uhr also, was für Uhrzeiten sind das bitte? Ich hab mich da echt gefragt, ob das jemand geplant hat, der schon mal mit Schwangeren zu tun hatte… Stichwort #Schwangerschaftsmüdigkeit.

Der erste Tag:
Eigentlich wars ja eher ne Nachtschicht #justsayin. Wir kamen am Geburtshaus an, ein unscheinbares Gebäude, gelegen an einer idyllischen Hauptstraße, etwas in die Jahre gekommen, das Treppenhaus voll mit Plakaten, Flyern, Basteleien und Kinderbildern.

Am Eingangsbereich durfte man dann seine Schuhe ausziehen #zumglückneuesockenangehabt. Man betrat den Empfangsbereich, es sah so ein bisschen wie eine „normale“ Wohnung aus, Rattan-Sitzmöbel, Schränke mit Birkenfornier und jeder Menge Literatur zum Thema Geburt/Kind/Schwangerschaft/Alternative Heilkunde bla bla bla #nachwievorbegeistert.

Auf den Fensterbrettern standen Kerzenständer, Räucherkerzenhalter und der übliche Deko-Schnickschnack.

18.15Uhr, alle Teilnehmer hatten sich im großen Kursraum versammelt, es gab keine Stühle. Hallo! Es gab keine Stühle. ich kann es immer noch nicht fassen, man hätte es zwar ahnen können, aber ich war trotzdem perplex. An Stelle von Stühlen lagen da ein paar Isomatten und Kissen auf dem Boden. Mir wurde klar, dass ich mein Wochenende mit ca. 18 Fremden #ungebohrenenichtmitgezählt auf dem Fußboden im Geburtshaus an der Hauptstraße verbringen würde. Der Punkt, an dem ich hätte wieder gehen wollen, war bereits überschritten.

Nachdem sich alle auf dem Fußboden niedergelassen haben #esgabjakeinestühle, ging´s dann auch schon los, es waren zwei Hebammen vor Ort, die sich und ihren Werdegang dann erst einmal vorgestellt haben. Als nächstes dann die Vorstellung der eigenen Person #kennter #iskacke. Ehrlich, nennt mich ignorant, aber es interessiert mich einfach nicht, wie alt die anderen Paare sind, die wievielte Schwangerschaftswoche gerade angebrochen ist, wer was beruflich macht, was er für Beschwerden hat und ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Boar war das ätzend. Für sowas muss man(n) scheinbar wirklich gemacht sein.

Whatforever, nach der kleinen Vorstellungsrunde wurde den Rest des Abends #bisumzehn nur über den Mutterpass geredet. Für Väter ja bekanntlich DAS spannende Thema überhaupt. Also wirklich, was sollte das? Erstens wird einem jeder Pups, der in dieses Ding eingetragen wird schon beim Höhlenforscher erklärt und Zweitens steht eine Erklärung für den ganzen Kram auch im Mutterpass selbst.

Mein Fazit des ersten Tages: Keine Kunst, kann weg!
Der zweite Tag:
8:00 Uhr bis 17:30Uhr. Volles Programm, erstes Thema: wie geht es euch?

Eine der werdenden Mütter beginnt die Runde und der Rest sollte bekannt sein. Danach wurde über diverse Probleme von Schwangeren geredet, irgendwann waren wir dann bei Thema Unterleibskrämpfe angekommen #ochnöööö #echtjetzt, da fragt eine der Hebammen eine der Teilnehmerinnen, wie sie sich dabei fühlt. Will ich das wirklich wissen? Ich kam mir so deplatziert vor, wie beim Hunkemöller in der Innenstadt, da steht Mann auch immer nur irgendwem im Weg #dagibtsauchhkeinestühle. Mittagszeit, also fast…vor der mehr als verdienten Mittagspause gab´s dann noch ne kleine Massage, für die Damen. Das erste Mal, dass ich überhaupt mal meine Anwesenheit als sinnvoll erachten konnte. Zur Mittagspause der erste Lichtblick, es gab Salzstangen #ilovesalzstangen #justsayin.

Nach der Mittagspause ging´s dann mit dem Thema Elterngeld und co. weiter. Geht doch, endlich mal ein Thema, dass einem weiter hilft. Es gab ein paar Merkblätter und Hinweise zu der ganzen Thematik. Damit konnte ich leben. Weiter ging es dann mit dem Thema Schwangerschaftsverlauf, anschaulich an einer Puppe, samt selbstgehäkeltem Uterus, erläutert. #puhhhhh. Wickeln stand als nächstes an. Kurzzeitig dachte ich, ok, vielleicht wird es doch keine völlig sinnlose Ausgabe (der Spaß hat 100,00EUR gekostet). Bevor es ernst wurde mit den Spielzeugpuppen wurde aber erstmal generell über das Thema gesprochen. Mein Highlight war die Aussage so ner Öko-Trulla #zuerkennenanderpumphoseunddendreadlocks: „…also unser Kind bekommt keine Windeln, bei einer Freundin war das Kind nach 4 Monaten trocken…“ Waaaahaaas? Bitte? Wie soll das funktionieren? Ich hab direkt Bilder von lauter kleinen Kackhäufchen in der gesamten Bude vor meinem inneren Auge gesehen. Eine Nachfrage konnte ich mir dann auch echt nicht verkneifen. Ihre Antwort war nur: Abhalten/Aufpassen. Ok. Thema geklärt. Nach der Puppenspielstunde wurden die Damen der Schöpfung nochmal mit so nem Massageball bearbeitet #alsonurdieeigene #isklar, danach war Feierabend.

Mein Fazit des zweiten Tages: Eindeutig ausbaufähig, aber häkeln können sie.

Der dritte Tag:
Am dritten Tag hatte ich durch das ewige auf dem Fußboden Sitzen echt Rückenschmerzen #habichkommensehen #gabjaaberkeinestühle.

Auf dem Plan stand unter anderem die Besichtigung der Geburtszimmer #woohoo, nicht, dass wir auch nur im Entferntesten in Erwägung gezogen hätten dort zu entbinden, war aber trotzdem mal interessant zu sehen und mit denen in den Krankenhäusern zu vergleichen.

Die Zimmer waren meiner Meinung nach relativ dunkel und auch etwas altbacken, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Es gab ne Sprossenwand #fürdieturnerinnenunterdendamen, diverse Sitzmöglichkeiten #rattan #isklar und einen Gebährhocker, sowie natürlich ein großes Ehebett. Nach der Besichtigung standen dann Atemtechniken auf dem Programm #hfhfhfhfhffffffff. 10 werdende Mütter, 10 werdende Väter und alle so #hfhfhfhfhffffffff #hfhfhfhfhffffffff. Was für ein Blödsinn. Das haben übrigens auch die Hebammen gemerkt und nach den Atemtechniken darauf hingewiesen, dass es im Kreißsaal dann meist sowieso anders läuft. #aha #nahauptsachegutvorbereitet

Zum krönenden Abschluss war dann nochmal eine Entspannungsübung geplant, die intensivste überhaupt. Wir #alsodiemänner saßen auf den Isomatten, vor uns die Frauen liegend. Die Hebamme hatte den kleinen CD-Player aus dem Birken-Regal gestartet und eine Duftkerze, Räucherstäbchen oder vielleicht auch ein kleines Einhorn angezündet, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher #mansollsichjawohlfühlen… der Raum war etwas abgedunkelt und die Hebamme flüsterte #manwarmirdasunangenehm, die ersten Anweisungen wurden uns zugeflüstert… *lassteuchfallen*, *spürt die Musik*, *fühlt ihr die Sonne in euren Knöcheln aufgehen* #dashatdiewirklichgesagt #ichschwöre, nebenbei lief Panflötenmusik à la „Entscheidung in Okinawa“ – Karate Kid 57 oder so… ich sah Daniel San #kennteroder mit Mr. Miyagi #kennterauchoder bildlich vor mir, wie sie unter einem Kirschbaum sitzen, die Kirschblüten vom Wind verweht werden und die beiden über den Kranich philosophieren… diese Assoziation konnte ich nicht für mich behalten, da ich wusste, dass die Frau sowas auch latent bescheuert findet, hab ich das Bild in meinem Kopf mit ihr geteilt. Das Problem an der Sache war leider, dass unser Isomatten-Nachbar es auch gehört hat. Er war vermutlich auch ein Fan von Karate Kid und kannte den Film. Er hat angefangen leise zu lachen und sich immer weiter reingesteigert, das wiederum half mir dabei,  weiter nach Okinawa abzutauchen…ich konnte echt nicht mehr, wir konnten nicht mehr…die Hebamme am flüstern, der Nachbar am feixen, ich am feixen, die Frau am feixen. Der ein oder andere böse Blick der Hebamme traf uns schon, aber es ging einfach nicht! Kennt ihr das, wenn man eigentlich seriös sein sollte, man sich das Lachen aber nicht verkneifen kann? SO war das, nur viel viel intensiver !!! Es steigerte sich immer weiter bis wir echt alle drei nicht mehr an uns halten konnten. Das Ende vom Lied, die Hebamme verwies uns des Raumes #stellteuchdasmalvor #unfassboar. Der Iso-Nachbar und ich waren dann doch leicht peinlich berührt, man fliegt ja nun auch nicht jeden Tag aus nem Geburtsvorbereitungskurs…wir haben uns schnellstmöglich aus dem Raum abgeseilt, Problem war, die schwangere, lachende Frau blieb zurück und war den bösen Blicken der Hebamme ausgeliefert. Schnelles Aufstehen in der Schwangerschaft ist halt leider nicht so richtig möglich. Nach dem Ende der Übung durften wir dann wieder den Raum betreten, es gab Zeugnisse aka Teilnehmerurkunden, die Blicke der Hebamme hätte ich allerdings nicht haben müssen. Kurs geschafft!
Fazit des gesamten Kurses: Niemals wieder werde ich ein Geburtshaus von innen betreten! Niemals.

 

6 Gedanken zu “Entscheidung in Okinawa #preväterlicheIntuition 

  1. Stefanie schreibt:

    Wunderbarer Bericht! 😅
    Hier gab es auch Mal so eine Situation… im Rahmen eines Präventionsprogrammes der Krankenkasse besuchten der Mann und ich den Kurs Autogenes Training. Der Mann konnte sich nicht drauf einlassen, was klar war, und am Ende kicherterten wir um die Wette. Ein verbindendes Erlebnis 😅

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    • nocheinpapa schreibt:

      Ohhh, Präventionsprogramm, mit der Bezeichnung bekommt man alle Eltern 😊. Dein Mann wird mir immer sympathischer. Zusammen lachen ist sehr sehr wichtig, kann sicher auch präventiv wirkend .😉

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