Gekochte Kackwindel

Ihr kennt das, ihr habt plötzlich ein Kind, ein Baby, alles toll, alles aufregend, alles schön, alles neu, alles fremd, alles ungewohnt.

Da kann der ein oder andere schon mal latent überfordert sein. Da wir die erste Woche unseres neuen Lebens allerdings im Krankenhaus verbracht haben, waren wir ziemlich gut gerüstet, für die ersten Tage, allein Daheim. Die Hebamme haben wir natürlich trotzdem in Anspruch genommen #kostetjanix. Man, wir mochten unsere Hebamme, es war wirklich sehr unkompliziert mit ihr. Wir wollten keine typische Hebamme #Ökotrulla #Baumwollsocken #Pumphosen #wohlmöglichnochdreadlocks #kennter, zum Glück haben wir schon am Anfang der Schwangerschaft eine gefunden, die tatsächlich sogar noch jünger war als wir #undwirsindsehrjung #justsayin. Sie war perfekt für uns #klingtkomischwaraberso, sie hat quasi nebenbei als Hebamme gearbeitet #freizeithattesiewohlnicht #egalihrproblem, hauptberuflich war, bzw. ist sie Schwester im Krankenhaus unserer Wahl, genauer gesagt auf der Station, auf der die Mütter mit Problemen während der Schwangerschaft behandelt werden #Fachfrau #itoldyouso.

Sie hat bei uns nicht viel zu tun gehabt, wie gesagt, durch unsere „Probewoche“ im Krankenhaus waren wir relativ fit, was Wickeln und Co. anging. Sie hat meist den Junior gewogen, ein bisschen Smalltalk gehalten und dann wieder nen Abflug gemacht. Wenn wir Fragen hatten konnten wir sie immer anrufen und sie damit nerven #keinewerbung #iswear, sie hatte dann meist nen guten Tip für uns.

Gute Tips, damit wären wir dann auch beim eigentlichen Thema #ihrmerktdieüberleitungenwerdenbesser. Gutgemeinte Tips, blöde Fragen, die ein gewisses Verhalten implizieren sollen und Co. Oh man, wie ich sowas hasse nicht mag.

Jeder, ich meine wirklich gefühlt jeder, in deinem Umfeld, weiß alles #undichmeinealles besser. Selbst Kinderlose Singles meinen ja mitunter besser über Erziehung Bescheid zu wissen, als alle anderen Personen auf unserem Planeten. Da kann ich nur sagen: #Fresse! #Sorry #NotSorry. Auch eine bei mir überaus beliebte Spezies: Eltern mit einem anderem #Erziehungsansatz. Es ist nicht so,  dass wir ein Konzept hätten, wie wir unser Kind erziehen wollen, aber das Kind im Bett #seiesnochsoklein schlafen zu lassen #esbrauchtjadienähedereltern, oder eben unbedingt nur selbstgemachten, schonend erhitzen Pastinakenbrei #waszumteufelistpastinake zu verabreichen, diese Entscheidung sollte dann doch von uns getroffen werden.

Es gibt da ja unglaublich viele Themen, bei denen man als frischgebackene Eltern mit tollen Ratschlägen bombardiert wird.

  • Wie, euer Kind schläft also nicht bei euch im Bett? #Rabeneltern!
  • Er wird mit 10 Monaten immer noch gestillt? Was seid ihr nur für Menschen #schwingtinsolchenfragenimmermit.
  • Gebt ihm am Anfang alle zwei Stunden etwas zu essen…#erisstwennerhungerhat #wiewir, kapiert!?
  • Nehmt Baumwollwindeln, hatten wir früher auch…ist gut für euer ökologisches Gewissen. (Packung Windeln beim Discounter – 9,99€, #derGeruchvongekochtenKackwindeln unbezahlbar #isklar.)
  •  Gebt dem Kind Fencheltee, das hilft beim Abstillen #werdiesenwitzerfundenhatwüssteichgern.
  • Deckt das Kind bloß richtig zu, im Kinderwagen, nicht dass er krank wird.
  • Lasst das Kind auch mal schreien, sonst schreit er immer, wenn ihm was nicht passt.
  • Früher haben wir das aber auch gegessen und ihr seid groß geworden. #früherhabendiemenschenauchinhöhlengelebt
  • Früher hatten die Kinder Decken, keine Schlafsäcke… #plötzlicherkindstotwirdüberbewertet
  • macht etwas Honig an den Schnuller, dann schläft er besser #ähmnein
  • Er ist jetzt ein Jahr alt, wie lange willst du noch zuhause bleiben? #gehtdicheinenscheißan

 

Solche Tips, als hätte man nen IQ wie ein verschimmeltes Toastbrot, auch wenn sie gut gemeint sind, nerven einfach nur. Wer glaubt denn ernsthaft, dass irgendwer absichtlich riskiert, dass sein eigenes Kind krank wird #wirallekennendiekonsequenzen #Teamnosleep, dass es zum verzogenem Balg wird, oder  irgendwelche Schäden durch falsche Ernährung davon trägt?

Am beknacktesten besten sind aber immer noch andere Eltern, gern auch mal völlig fremde, die meinen einem auf dem Spielplatz, in der Krabbelgruppe, beim Schwimmkurs, oder auch einfach nur an der Supermarktkasse mit fragen á la: „was, er kann noch nicht laufen?“ versuchen ein schlechtes Gewissen einzureden. Nein, er kann noch nicht laufen, dafür spielt er schon Geige  und Klavier im fortgeschrittenem Stadium, #blödeBitch, sowas würde ich denen dann gern an den Kopf werfen. Es sind  übrigens meist immer Frauen, die solche Fragen stellen, mich hat noch nie ein anderer Vater gefragt, warum unser Sohn mit 15 Monaten noch nicht das Alphabet rülpsen kann. Vielleicht liegt es auch an mir #ichmagkeinefremdeneltern, ich unterhalte mich dementsprechend auch nicht sonderlich gern mit ihnen, die Themen, die da in der Regel angesprochen werden interessieren mich nämlich NULL #waskümmernmichdiebälgerderanderen #ichbinvermutlicheinschlechtermensch #aberismiregal.

Whatforever, manch eine Mutti fühlt sich irgendwie trotzdem dazu berufen, sich auf dem Spielplatz zu uns zu begeben (auch wenn wir extra da hin gehen, wo grad Niemand ist) und eben so beknackte Fragen zu stellen, oder ungefragt Tips zu verteilen. Muss wohl evolutionär bedingt sein #frauamlagerfeuer #youknow. Ich frage euch also: was ist nur los mit euch? Geht´s euch besser, wenn ihr Andern ein schlechtes Gewissen einredet?

Man(n) gibt es ja nur ungern zu, aber selbst wenn man weiß, dass die meisten blöden Tips, Hinweise oder Fragen einfach unsinnig, unpassend oder zum Teil auch einfach nur unverschämt sind, denkt man doch darüber nach, ob man vielleicht etwas falsch gemacht haben könnte #ersteskindundso. Ging/geht uns genauso. Wir haben uns sogar dazu hinreißen lassen, Pastinakenbrei selbst zu machen #wissterbescheid.

Mittlerweile kann ich echt nur sagen, wenn es sich für euch nicht falsch anfühlt, dann ist es richtig!

An alle selbst Betroffenen:

Es ist an der Zeit diesen Trullas einen verbalen #Betonungliegtaufverbal Faustschlag ins Gesicht zu verpassen, #definitivNOTSORRY #ihrhabtessogewollt, jedes Mal, wenn sie dazu ansetzen sowas zu sagen wie: „also Electra konnte ja schon mit 10 Monaten laufen“. Traut euch!

Ich für meinen Teil halte mich heute, morgen, übermorgen, und auch danach daran, einfach mal die Fresse Klappe zu halten, wenn ich nicht gefragt werde. Jedes Kind hat andere Bedürfnisse, Eltern haben unterschiedliche Ansprüche an die Erziehung ihrer Kinder, Mädchen sind meist schneller als Jungs #imerwachsenenalterkehrtsichdasum #justkiddin, jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus. Vielleicht sollte so etwas mal in Geburtsvorbereitungskursen vermittelt werden. Damit wäre vielen Eltern, die gut und gerne auf blöde Ratschläge verzichten können, geholfen.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen:

Kinder sind wie Pfannkuchen, dass erste geht immer schief.

 

 

4 Gedanken zu “Gekochte Kackwindel

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