Rand des Wahnsinns

Wie man(n) vom Single zum Grenzgänger wird? Ich sag´s euch. Ich habe diese Verwandlung in den letzten drei Jahren „durchgemacht“. Ich habe, vor etwas mehr als drei Jahren eine Beziehung mit der tollsten Frau, die ich jemals kennenlernen durfte, begonnen. Wie es dazu kam, hab ich euch schon in einem früherem Post erzählt #ichsagnurBumsChatApp #sieistmeineTinderella . Wie sich alles Weitere entwickelt hat könnt ihr auch in früheren Posts nachlesen, zum Beispiel hier, hier und hier.

Soweit erst mal nichts neues von der Vaterfront, es gibt allerdings ein Thema, dass mich doch hin und wieder mal umtreibt. Grenzerfahrungen. Jeder Vater kennt sie,und hatte vermutlich schon so einige davon #Mütternatürlichauch. Für mich persönlich gab und gibt es sie immer wieder. Die Grenzerfahrungen.

Eine Grenzerfahrung, eine Situation, die mich an den Rand des Wahnsinns meine Grenzen bringt #okdensatzhätteichmirsparenkönnen #begrenzterwortschatz #wissterbescheid.

Whatforever, das Leben mit Kind ist für mich eine ständige Grenzerfahrung. Es gibt einfach so viele Situationen, die neu sind, die man(n) so vielleicht nicht erwartet hätte, mit denen man absolut anfangs nicht zu Recht kommt.

Für mich fingen die Grenzerfahrungen schon vor der Geburt an, ich mein, stellt euch das mal vor, ihr teilt eurem Mann die freudige Nachricht mit, plötzlich steht alles Kopf. Wenn das keine außergewöhnliche Situation ist, dann weiß ich es auch nicht. Eine unglaubliche Erfahrung, egal ob geplant oder eben nicht, wenn der zweite Strich sagt „ihr werdet Eltern“, dann wird’s einfach krass. Als Mann kann man dann nur erahnen, was sich im Körper der Frau abspielt, manchmal treffen einen dann die #hormonschwankungsbedingten Launen der Frau #kennter, aber so richtig dabei, mit im Boot, in der Verantwortung ist Mann doch erst, wenn der Nachwuchs da ist.

Womit wir dann beim nächsten Thema wären, der Geburt. Ich kann hier jetzt natürlich nur für mich sprechen, aber ich kam mir völlig überflüssig vor. In der Regel sind Väter keine ausgebildeten Gynäkologen, Hebammer Geburtshelfer, oder auch nur „normale Ärzte“, so auch in unserem Fall. Mit fachlichem Know How konnte ich also schon mal nicht glänzen. Gut, das verlangt auch niemand, hätte mir persönlich in dem Moment aber sicherlich geholfen. Egal, meine Funktion bestand aus Wasser reichen #dabinichziemlichgutdrin und Händchen halten. Den härteren Part bei der Geburt hatten hier eindeutig die anderen Parteien zu bewältigen #ghettofaust und #minihighfive dafür. Mann Ich war also zum Zusehen verdammt und konnte nicht helfen, eine schlimme Situation, zumal es für uns die erste Geburt war und damit auch nicht ein Funken irgendeiner Routine vorhanden war.

Jetzt ging´s richtig los, plötzlich ist da jemand, für den man die Verantwortung hat, der einen braucht, der ohne dich nicht sein kann. Wenn man sich darüber klar wird, dann ist das schon auch ein sehr spezielles Gefühl. Man hat eigentlich keine Ahnung, will alles richtig machen #manwirdjawohlnochträumendürfen, versucht einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Für uns war auch jeder Besuch der Hebamme ein Stück weit eine Grenzerfahrung, der Junior kam etwas zu früh #youremember, dementsprechend wurde besonders drauf geachtet, dass der kleine Dude genug zunimmt und keinen Blödsinn veranstaltet, jedes mal eine Zitterpartie.

Rückblickend gab es auch Situationen, die uns den Schweiß auf die Stirn getrieben haben, bei denen wir heute schon nur noch müde lächeln können. Ein gutes Beispiel ist hier das Thema Kleidung. Der kleine Lord war ungefähr einen Monat alt, und das Thermometer zeigte ca. 35 Grad an, wir haben nen Ausflug nach Bamberg gemacht, es war wirklich unglaublich heiß, und außer kurzer Hose und T-Shirt, bzw. Rock und Top #RockundTopwäreeincoolerBandName #justsayin, kam eigentlich nichts in Frage, für uns. Beim neuen Familienmitglied sah das schon etwas anders aus. Wir haben ewig hin und her überlegt, was wir ihm wohl anziehen sollen, die Hebamme gab uns die Faustregel mit an die Hand, dass es möglichst immer eine Lage mehr sein sollte, als bei uns selbst. Hilft einem in dem Moment irgendwie leider trotzdem nicht so richtig, was würde das in dem Fall wohl bedeuten? Body + T-Shirt + kurze Hose + Socken + Mütze? Kam uns irgendwie auch nicht richtig vor, das Kind sollte ja auch nicht schwitzen, schließlich hätten wir selbst am liebsten gar nichts angehabt #BilderimKopfverboten. Das Ende vom Lied war dann, dass er nur mit Body bekleidet in seinem Wagen lag und wir ungefähr alle 10 Sekunden geschaut haben, ob er nicht schwitzt oder friert. Rückblickend total übertrieben, in dem Moment für uns aber absolut notwendig und nicht verhandelbar. War dann doch ziemlich stressig für uns #vonderautofahrtredeichliebergarnicht. Mittlerweile klappt das mit der Klamottage ziemlich gut, er hat allerdings auch ungefähr zehn Mal mehr Klamotten, als wir #manmussjaaufallesvorbereitetsein.

Es gibt allerdings nach wie vor auch Situationen, die mich persönlich völlig überfordern stressen. Krankheiten #meistausderKitaangeschleppt sind da immer ganz „gute“ Anlässe für. Hier wäre zum Beispiel ein sich übergebendes  Kind zu erwähnen, dass sein Bett, seinen Schlafanzug, seinen Schlafsack, den Teppich, den Fußboden, die Klamotten seiner Eltern und natürlich auch den Kindersitz im Auto #aufdemWegzumArzt mit seinem genetischen Material #inhalbflüssigerForm benetzt #werkenntesnicht. Oder auch ein Klassiker, das Kind wird so gegen 23:30Uhr wach, schreit wie am Spieß, kann die Augen auf Grund einer eitrigen Bindehautentzündung #aufbeidenAugenverstehtsich nicht öffnen und steigert sich da immer weiter rein. Das sind so Momente, da fehlen mir echt die Worte, da geraten alle, ich wiederhole #alle in Ausnahmezustand. Da wird es dann schon mal lauter untereinander, weil das Kind zu langsam angezogen wird, oder der jeweils andere auch gestresst ist  #bringtnatürlichnull #lässtsichaberkaumvermeiden, weil man in dem Moment einfach auch echt mitgenommen ist. So etwas sagt einem vorher niemand #istvielleichtauchbesserso!

Nicht zu vergessen sind hier natürlich auch die Erfahrungen, die der Nachwuchs selbst macht. Ausgiebiges Klettern auf Gegenstände, die dafür definitiv nicht gemacht sind, Spielen mit Sachen, die dazu auch nur so #semigut geeignet sind und unzählige Fehltritte. Eine Situation, die mir da sofort einfällt ist das Fernbedienungsgate, der kleine Dödel war damals der Meinung, dass er unbedingt die Fernbedienung vom Tisch haben muss. Soweit kein Problem, für uns zumindest #wennwirnichtgradbetrunkensind, er war allerdings noch nicht so gut zu Fuß und war auf Tischkanten, Hocker, oder ähnliche Sachen angewiesen, um sich so halbwegs sicher durch die Gegend zu bewegen. Da stand er nun also, am Wohnzimmertisch, die Fernbedienung fest im Blick, ultimativ entschlossen, sich dieses Teil zu schnappen und damit durchzubrennen. Bei all der Begeisterung für das Ziel seiner Begierde hat er vermutlich vergessen, dass er noch nicht so standfest ist. Er griff nach der Fernbedienung und bekam sie auch zu fassen, allerdings lag sie schon nur noch halb auf dem Tisch #warwohlnichtseinersterversuch, damit hat er nicht gerechnet, er verlagerte sein Gewicht in Richtung Fernbedienung und griff zu. Sein Objekt der Begierde versuchte sich allerdings aus dem Staub zu machen und verabschiedete sich #derSchwerkraftseiDank gen Fußboden. Das hat den Dödel dann scheinbar so aus dem Gleichgewicht gebracht, dass er es der Fernbedienung gleichtat, allerdings war sein Kopf im Weg, oder die Tischkante, je nachdem. Er hat also schmerzhafte Bekanntschaft mit einem unserer Möbel gemacht. Die Folge war ein riesen Cut an der linken Augenbraue. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was bei uns los war. Da gingen natürlich alle Alarmglocken an, es war Blut zu sehen #oknichtviel #aberBlut, Blut! Die Aufprallstelle schwoll natürlich amtlich an und wurde auch umgehend blau. Das Kind schrie #malwieder wie am Spieß und hatte sichtbar Schmerzen. Das trifft nicht nur das Mutterherz! Wir sind wie die aufgescheuchten Hühner um ihn herumgeflattert und haben versucht zu kühlen #nenVersuchwarswert, ihn zu beruhigen und die Lage abzuchecken. Man bekommt ja unweigerlich die schlimmsten Ideen, Gehirnerschütterung, wohlmöglich ne Hirnblutung, wenn´s ganz blöd läuft. Die unvermeidbare Narbe nicht zu vergessen! Furchtbar.

Dann gibt es noch die Momente, in denen man einfach gehen möchte. Man hatte vielleicht nen schlechten Tag, Stress auf Arbeit, Streit mit dem Partner #kommtbeiunssogutwienievor #isklar, oder es geht einem einfach selbst nicht so gut, zusätzlich kommt zu dem Päckchen, dass  jeder selbst so zu tragen hat, noch ein Kind dazu, dass aus unerfindlichen Gründen miserable Laune hat, da wird’s dann richtig unangenehm. Natürlich muss man auch jedem Kind zugestehen, dass es schlecht gelaunt sein darf, wenn man selbst aber grad keinen Nerv dafür hat, dann kann das durchaus auch ne Grenzerfahrung werden. Hierzu fällt mir spontan die Eskalation am Wickeltisch ein #ihrwisstwasichmeine, die Buchse ist voll und muss gewechselt werden, weil man nicht genug Geld hat, um ständig neue Möbel zu kaufen, weil die kleine menschliche Stinkbombe die gesamte Einrichtung mit einem widerwärtigen Geruch kontaminiert hat. Die Notwendigkeit einer frischen Windel erschließt sich unserem Junior allerdings nicht immer, manchmal muss es einfach Drama sein. Da wird dann geschrien, gestrampelt, versucht zu entkommen, das übliche eben. Wenn man da keinen guten Tag hat, dann kann einem das schon mal ziemlich auf die Nüsse gehen #sorry #notsorry.

Um hier jetzt nicht weiter negative Energie zu versprühen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es natürlich auch Grenzerfahrungen gibt, die absolut positiv sind. Man hört den Satz ja immer mal wieder „ein aufrichtiges lächeln des Kindes macht vieles wieder wett“, total abgedroschen, manchmal stimmt´s vielleicht, oftmals aber auch nicht. Nichts desto trotz gibt es immer wieder Momente, da könnte ich platzen vor Stolz. Unser Dödel hat sich ins Leben gekämpft, er wächst und gedeiht, er hat gelernt sich hinzusetzen, er hat gelernt sich umzudrehen, alles solche Sachen, zu sehen, wie sie größer werden, wie sie wachsen und immer mehr dazu lernen. Ein unglaubliches Gefühl. ich kann mich noch genau daran erinnern, wie er seine ersten Schritte gemacht hat, er stand mal wieder an der Couch, lässig wie ein Typ, der ne Braut in der Bar aufreißen will, und plötzlich läuft er einfach los. Ein, zwei, drei….sieben, acht Schritte, ganz allein. Unfassboar! Ich hab direkt ein paar Tränen verdrückt hätte heulen können, so stolz war ich. So stolz war ich auf mich selbst noch nie #undichbinschonziemlichcool #jsutkiddin.

Eine meiner liebsten Grenzerfahrungen bisher.

 

5 Gedanken zu “Rand des Wahnsinns

  1. Sina Schwab schreibt:

    Dieser Papablog spricht definitiv auch vielen Mamas aus der Seele. Ich habe mich beim Lesen in vielen der Situation fast zu 100 % wiedererkannt. Besonders wenn die Kleinen sich verletzten scheinen die letzten Sekunden oft wie in Zeitlupe abzulaufen. Während man selbst noch die heroische Rettung plant, fließen schon die ersten Tränen. Werde bestimmt auch in Zukunft diesen Blog aufmerksam verfolgen.

    Gefällt 1 Person

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