Frauen an den Herd

Ihr erinnert euch, ich hab schon mal kurz das Thema Elternzeit angerissen, heute werde ich mal etwas näher darauf eingehen.

Elternzeit ist ja so eine Sache, die die Gemüter ziemlich spaltet. Hauptsächlich auf Seiten der XX-Fraktion , aka. Männer, formerly known as (und von den meisten Damen seit der Geburt nur noch so genannt)  Papas. Die Mutter bleibt nach der Geburt daheim und kümmert sich ums Kind. So, oder so ähnlich sieht das Selbstverständnis  in vielen Köpfen noch aus #klassischesRollenbildundso #FrauenandenHerd #wissterbescheid. Der Mann muss das Geld nachhause bringen, die Frau steckt ihre beruflichen Ziele zurück #ihrwisstwovonichrede.

Grundsätzlich ist das auch absolut logisch, also dass die Mutter zuhause bleibt. Nicht umsonst hat die Natur es so eingerichtet, dass die Frau das Baby ernähren kann. Stellt euch mal vor eure Männer würden euer Baby stillen #Erstickungsgefahr #HaareüberallHaare #ahhhhBilderimKopf. Und außerdem:

Machen wir uns nichts vor, wir Männer würden so eine Geburt nicht überstehen.

Das hat einen ganz einfachen Grund, den Zeugungsschmerz. Wir mussten den Zeugungsschmerz schon ertragen und würden eine ähnliche #wennauchnichtganzsokrasskörperlicheBelastung aka.  die Geburt, nicht überleben #dasThemawäreeinenextraBeitragwert.

Und darüber hinaus, wer will schon irgendwo ´ne Wassermelone rauspressen müssen #manchmalbinichfrohkeineFrauzusein!?

Whatforever, ich schweife schon wieder ab. Beide Eltern haben das Recht sich die Zeit zu nehmen, sich um das Kind zu kümmern. Zu Recht, also mir ist es zumindest recht…ok recht reicht jetzt #sorry #esistkurzmitmirdurchgegangen.

Wir haben es folgendermaßen geregelt.

Des Dödels Mutter hat Elternzeit für 18 Monate beantragt. Wir haben eigentlich nicht besonders lange überlegt und beschlossen, dass 12 Monate für uns/sie und auch für den Dödel zu kurz wären. Gerade im Hinblick auf das doch etwas verfrühte Eintreffen des Dödels  #youremember war das eine ganz hervorragende Entscheidung #frühchensindjameistetwaslangsamer #außerhaltbeimStartinsLeben. Grundsätzlich hätte sich des Dödels Mutter gern auch noch länger eine Auszeit vom Arbeitsleben und mehr Zeit für den Junior genommen, aber da hat sie sich den falschen Mann für ausgesucht #ichbineinarmerschlucker #jetztistesraus #einträglichewerbeaufträgebittejetztanbieten.

Ich habe nach der Geburt keine Elternzeit genommen #fürmichwarsjaauchnichtsoanstrengend, sondern 3 Wochen Urlaub gemacht und anschließend die vorab gesammelten Überstunden in kürzere Arbeitstage umgewandelt #youremember. Das war für uns die eleganteste Lösung, nicht etwa, weil ich keine Lust auf Elternzeit hatte, sondern, weil wir beide der Auffassung waren, dass ich mehr davon habe, wenn der Junior dann schon etwas älter ist #siebenhundertKommataineinemSatz #check #meineDeutschlehrerinhatmichgehasst #undversagt.

Die 3 Wochen Urlaub vergingen wie im Flug #einEuroinsPhrasenschwein, ich musste durfte  also wieder arbeiten gehen. Als ich nach dem Urlaub, der ersten gemeinsamen Zeit zu dritt, wieder in meinem Büro saß und darüber nachdachte, was die zwei Pappnasen zuhause wohl grad anstellen würden, da konnte ich mir ganz gut vorstellen, warum der ein oder andere vielleicht doch direkt nach der Geburt zuhause bleiben möchte.

Ich war wirklich wirklich neidisch auf des Dödels Mutter #habichihrnieverraten, ich wäre auch gern bei Junior geblieben und hätte jeden Moment mit ihm verbringen wollen #kennter, auch wenn er im Prinzip den ganzen Tag nur gegessen, geschlafen und gekackt hat #infreivariablerReihenfolge #undmanchmalallesgleichzeitig. Oh man, ich wäre so gern nochmal Baby, essen schlafen, kacken, rumgeschoben werden, angezogen werden, ausgezogen werden, bespaßt werden, immer ne Brust in der Nähe…was für 1 life.  Ich hätte mir durchaus auch vorstellen können, ein Jahr zuhause zu bleiben, da hat die Muddi aber nicht mitgespielt #ausnachvollziehbarenGründen.

Ich war also wieder im Alltag angekommen, hatte aber zum Glück ein Ziel vor Augen. Die eigenen Elternzeit. Zwei Monate hab ich angemeldet #längergingnichtohnegrößerefinanzielleabstriche, zwei Monate im Sommer. Man hab ich mich da drauf gefreut, ihr kennt das, das Wetter ist mies, der Sommer steht aber vor der Tür, ihr seid völlig fertig vom Arbeitsalltag und der Urlaub naht, so fühlte sich das an, plus zusätzlich noch die Gewissheit, zwei, fast drei Monate intensive Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man wirklich um sich haben will. Ein geiles Gefühl. Und, ich möchte es nicht leugnen, knapp 3 Monate nicht arbeiten zu müssen dürfen und trotzdem Geld zu bekommen, das ist ziemlich cool. Vor der Elternzeit hab ich noch 3 Wochen Urlaub genommen und bin dann direkt vom Urlaub aus in die zwei freien Monate gestartet. Die Frau war noch zuhause, der Junior hatte sich im ersten Jahr prima entwickelt #eristsooooogroßgeworden #blabla und war dementsprechend auch schon #zuwaszugebrauchenm #kennter. Ich glaube, er hat sehr viel davon mitbekommen, dass nun seine Eltern beide für ihn da waren und sich intensiv mit ihm beschäftigen konnten.

Auch für die Frau war es natürlich schön, dass sie sich nun die nächste Zeit nicht mehr alleine um den Junior kümmern musste #alleineduschenundso, das hat ihr doch die ein oder andere Sache erleichtert #meineichzumindest. Sind wir mal ehrlich, es dreht sich im Prinzip ab der Geburt alles nur noch irgendwie um die neuen kleinen Mitbewohner, man steckt seine eigenen Bedürfnisse doch schon ziemlich zurück und versucht mit der Situation klarzukommen #allesneu #auchnochnacheinemJahr #hörtdasirgendwannauf. Da  ist es schön, wenn man Unterstützung vom Partner bekommt. Morgens aufstehen, den Junior fertig machen, Frühstücken, spazieren gehen, die ein oder andere kleine Reise, Mittagsschlaf machen #dieFrauschwörtdrauf #ichdenkeichverpassewas, auf dem Fußboden rumkullern und dem Junior beim Fortschritte machen zuschauen, absoluter Luxus #waswäreichgernreichundarbeitslos #abernurbeideszusammen. Wir haben das wirklich sehr genossen.

Es soll tatsächlich Familien geben, bei denen das aber nicht so läuft wie bei uns #manmunkeltes. Es gibt sicher ein paar triftige Gründe, die dazu führen, dass ein  Mann keine Elternzeit in Anspruch nimmt. Der Großteil derer, die sagen, dass sie keinen Elternzeit nehmen wollen, haben einfach keine Lust darauf.  In unserem Bekanntenkreis gibt es leider auch so einige Spezialisten, die das betrifft. Ich persönlich kann das überhaupt nicht verstehen, die nehmen sich da die Chance auf eine der schönsten Zeiten in ihrem Familienleben. Vermutlich spielt da die Angst mit, mit dem Kind, mit der Verantwortung oder den neuen Abläufen nicht klar zu kommen #ismeinetheorie. Vielleicht auch die Angst vor finanziellen Problemen, oder so lange mit der Frau zusammen zu sein #sollsjaauchgeben #hilfemeineFraunervt #alsobsiedasnichtauchsokönnte. Ich für meinen Teil kann hier wirklich nur sagen, Jungs kneift die Arschbacken zusammen, unterstützt eure Partnerin und genießt die Zeit! Ihr habt den Zeugungsschmerz ausgehalten, da ist so ne Elternzeit die richtige Kur.

Für alle, die vorhaben, in nächster Zeit ein Baby zu bekommen hier noch einen kleine Checkliste, was ihr zum Thema Elternzeit beachten solltet:

  1. ganz klar das wichtigste, einen Partner für den Koitus suchen #solltendiemeistenschonerledigthaben
  2. vor der Schwangerschaft nen unbefristeten Arbeitsvertrag klarmachen #odernenreichenkoituspartnersuchen
  3. schwanger werden #wiedasgehterkläreichinnemextrabeitrag #nicht
  4. Elternzeit beim Arbeitgeber anmelden
  5. Geld zurücklegen #umHimmelswillenlegteuchGeldbeiseite
  6. Punkt 5 ignorieren, solltet ihr bei Punkt 2 die Variante mit dem reichen Koituspartner gewählt haben
  7. Pläne für die Elternzeit machen #diewerdensichernichterfüllt #sehtesalskostbareElternlektionan#
  8. die Elternzeit verdammt nochmal in vollen Zügen genießen #ichredehiernichtvomBahnfahren #isklar
  9. nach der Elternzeit wieder arbeiten gehen und bei Bedarf den Vorgang ab 3. wiederholen

Viel Spaß.

5 Gedanken zu “Frauen an den Herd

  1. pelu71 schreibt:

    Man kann das ja sehen wie man will. Wir haben uns damals z.B. sehr bewusst gegen die Kinderkrippe entschieden.Beide Kinder waren 3 Jahre mit mir zu Hause.Das ging nur weil mein Mann weiter gearbeitet hat.Eine geteilte Elternzeit gab es noch nicht.Ich bin sehr dankbar das wir das so händeln konnten.Ich bin auch immer nur Teilzeit arbeiten gegangen und empfand das auch als großen Luxus.Die klassische Rollenverteilung ist nicht immer die schlechteste.

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  2. Zeschiemeschmu schreibt:

    So, hab da mal den ersten Blogeintrag von dir gelesen. Bin begeistert, hätte mich wahrscheinlich ähnlich ausgedrückt 😀
    Ich war so dämlich und habe nur ein Jahr Elternzeit gemacht und der Papa ist das zweite Jahr zu Hause mit der kleinen Meelouschmu. Also sie haben jetzt noch ein halbes Jahr vor sich… Und ich bin dermaßen neidisch darauf. Wie konnte ich nur so blöd sein und wieder arbeiten gehen wollen. Naja, aber dem Kind gefällt es und für die Vater-Tochter-Beziehung soll es ja auch gut sein – hab ich zumindest gehört.

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    • des Doedels Dad schreibt:

      Freut mich :), also dass du den Beitrag magst…die Sache mit der Elternzeit war jetzt (für dich) vielleicht eher nicht so erfreulich! Ich wäre auch gern noch viel länger zuhause geblieben, aber war halt nicht drin.
      Zum Thema Vater-Tochter-Bindung…da ist eure Lösung sicher Gold wert!

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