Quality Time

Unter Quality time (engl. für „Qualitätszeit“) versteht man im gesellschaftlichen Diskurs des englischsprachigen Raumes, besonders der Vereinigten Staaten, die Zeit, in der man seinen – andernfalls vielleicht vernachlässigten – Kindern, seinem Partner oder seinen Freunden besondere Aufmerksamkeit widmet.[1]

(Quelle)

Jetzt wisst ihr Bescheid! Im gesellschaftlichen Diskurs versteht man das also unter Quality time. Im handbierschen Gesellschaftsdiskurs bedeutet Quality time vor allem Zeit zu zweit. Zeit für des Dödels Mutter und des Dödels Vater. Nicht, dass die Zeit, die wir mit unserem Sohn verbringen weniger wertvoll wäre, aber wir sind auch mal froh, das Kind nicht an der Backe zu haben #kennter.

So toll das auch immer alles ist mit den lieben Kleinen, so toll ist es auch, wenn man einfach mal für sich ist. Das weiß auch die Oma des Dödels. Besagte Oma machte sich am Freitag auf den Weg zu uns, bzw. vielmehr zum Dödel, seitdem es nämlich Enkel gibt, sind die eigenen Kinder nicht mehr ganz so spannend #isklar.

Wir hatten uns vorgenommen, die Möglichkeit zu nutzen und sind direkt am Abend zu ´nem Geburtstag gegangen und haben die beiden allein gelassen. Lief #wieerwartet ausgezeichtnet, das Kind durfte zwar 47 Stunden länger wach bleiben als üblich und was er alles essen durfte möchten wir vermutlich auch nicht wissen, aber es lief. Am nächsten Morgen eröffnete uns die Oma dann, dass wir uns doch gefälligst aus dem Staub machen sollen, sie möchte die Zeit mit ihrem Enkel ohne uns genießen. Widerwillig #nicht haben wir also überlegt, was wir anstellen könnten.

Die Wahl fiel auf einen kleinen Ausflug.

Das Ziel war auch ziemlich schnell klar, wir fahren nach Tschechien, genauer gesagt nach Karlsbad, aka. Karlovy Vary. Der Ein oder Andere könnte sich jetzt fragen, warum gerade Tschechien. Dafür gab es mehrere Gründe. Ein Kollege der Frau war vor kurzem erst dort und schwärmte vom guten Preis-Leistungs-Verhältnis, gerade was das Essen betrifft #damithatteerunsschoninderTasche; und es musste natürlich ein Ziel her, dass in einer verkraftbaren Reisezeit zu erreichen wäre. Außerdem haben wir alles, was so im ähnlichen Umkreis angesiedelt ist, schon von unserer To-Do-Liste gestrichen.

Wir haben also mal die Internetmaschine angeschmissen und ein Hotelzimmer gebucht. So fancy, dass wir erst am Abend vor Ort eine Unterkunft suchen würden, sind wir dann nämlich doch nicht #LAMEundstolzdrauf.

Nachdem nun die Planung stand und das Zimmer gebucht war, haben wir noch gemeinsam gefrühstückt #wichtigsteMahlzeitundso, unsere Sachen gepackt und danach sind die Frau und ich direkt auf die Autobahn.

Zum Thema Sachen packen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass da die Quality Time schon direkt anfängt.

Wir packten unsere Koffer Tasche und nahmen mit:

  1. Unterwäsche
  2. Waschtasche
  3. Wechselklamotten
  4. Ladegerät #isklar

 

Zum Vergleich hier mal eine grobe Übersicht, wenn wir mit dem Dödel verreisen:

  1. Unterwäsche
  2. Waschtasche
  3. Wechselklamotten
  4. Ladegerät
  5. Reisebett
  6. Matratze fürs Reisebett
  7. Babyphone
  8. Fläschchen
  9. Milchpulver
  10. Lätzchen
  11. Windeln
  12. Wickelunterlagen
  13. Feuchttücher
  14. Spielzeug
  15. Schlafanzüge
  16. Unmengen von Wechselklamotten #manweissjaniewasfürUnglückepassieren
  17. Schlafsack
  18. Kinderwagen
  19. Ipad #fürdieFahrt #kennter
  20. Quetschies, Fruchtriegel, Getränke und anderes Zeugs, dass man dem Kind während der Fahrt ins Gesicht halten kann, damit es die Klappe hält

Ich muss sicherlich nicht erwähnen, dass bei der Übersicht für Reisen mit Kind natürlich immer irgendetwas vergessen wird und die Tetris-eske einpack-Eskalation erläutere ich jetzt lieber auch nicht näher. Ich denke aber der Unterschied ist trotzdem auf den ersten Blick erkennbar.

Ohne Kind ist Verreisen einfach entspannter.

Wir haben uns also in unsere sexy Familienkutsche #dieiswirklichsexy #sosexywieeinefamilienkutscheseinkann begeben und sind los #woopwoop. Da wir den Dödel in bester Gesellschaft wussten war das überhaupt kein Problem, auch wenn so ein Elternherz ab und zu schon mal zu Trennungsschmerz neigt.

Für längere Autofahrten habe ich eine Playlist, die obligatorisch ist, wenn das Kind nicht dabei ist. Titel der Playlist: „old but gold“. Da sind nur so Lieder drauf, die Jeder mitsingen kann. Wir veranstalten während der Fahrt nämlich immer unser eigenes Carpool Karaoke #wernichtmitsingtwirdangemalt.  Ich bin zwar meist stimmlich etwas angeschlagen, wenn wir das Ziel erreicht haben, aber das ist es allemal wert!

Hier mal ein Paar Titel der Playlist:

  • „Save tonight“ – Eagle Eye Cherry
  • „Tearin´ up my Heart“ -N´Sync
  • „Don´t look back in Anger“ – Oasis
  • „Don´t speak“ – Black eyed Peas
  • „Ms. Jackson“ – Outkast #foreverever #foreverever
  • „Zombie“ – The Cranberries (absolutes Eskalationslied) #inyourheeeeeaaaaaddddd
  • „How Bizarre“ – OMC
  • „Breakfast at Tiffanys“ – Deep Blue Something
  • „Butterfly“ – crazy Town #comecomemylady #yourmybutterfly #sugarbaby
  • „Cry me a River“ – Justin Timberlake
  • „Teenage Dirtbag“ – Wheatus
  • „back for Good“ – Take That
  • „i want it that Way“ – Backstreet Boys
  • „Doo Wop“ – Lauryn Hill
  • „born Slippy“ – Underworld #lagalagamegamegawildthing #bestesAutobahnlied

 

Ich könnte jetzt noch ne Weile so weiter machen, aber ich denke ihr könnt euch in etwa vorstellen was da noch so drauf ist.

Falls ihr die Lieder alle kennt, herzlichen Glückwunsch, ihr seid alt!

Wenn wir den Dödel dabei haben und mal wieder mehrere Stunden auf der Autobahn verbringen, um zu Oma und Opa zu kommen, dann laufen da meist „Oonas & Babas Insel“, „Peppa Wutz und ihr Bruder Schniedel“ #sorry #dermusseinfachimmersein, oder Lieder wie „Anne Kaffeekanne“ #düdüdü #düdü #düdüdüdüüüüü #kennter, „Pitsch patsch Pinguin“, „Hörst du die Regenwürmer“ oder irgend so ein grenzdebilder Blödsinn. Weil er es mag. Auch hier kann man nur sagen, dass es ohne Kind #undpassendeBegleitmusik einfach ein schöneres Reisen ist.

Nachdem wir nun unsere Stimmbänder bis zum zerbersten strapaziert haben, sind wir auch schon am ersten Zwischenstopp angekommen, Franzensbad. Ein kleiner Kurort, des Dödels Mutters Oma, aka. des Dödels Uroma, formerly known as Rosi, war dort immer mit ihrem Mann zur Kur. Ähnlich sieht auch nach wie vor das Gros der Besucher aus, eben wie Urgroßeltern. Wir haben uns ein bisschen umgesehen und sind  die Ladenzeile entlangspaziert.

Nebenbei hat die Frau  nach Restaurants Ausschau gehalten #dasEssensolljagünstigsein #youremeber, wir haben uns dann aber doch entschieden, erst bei unserem nächsten Stop in Marienbad etwas zu essen. Bevor wir also weiter gefahren sind, wollten wir uns nur noch schnell #Betonungaufschnell am Geldautomat mit der heimischen Währung eindecken.

Was haben wir uns dämlich angestellt. Hätte uns jemand beobachtet, der hätte vermutlich das kleine Auto mit den viereckigen Rädern bestellt. Da standen wir also vor dem Geldautomaten und wussten den Umrechnungskurs nicht #guteVorbereitungistalles. Der Empfang war natürlich auch grottig und das downloaden einer Umrechnungsapp #wiegingdasfrühernurohne hat dementsprechend ewig gedauert. Wir standen da so rum wie Verbrecher, die den Nächsten, der Geld abholt, überfallen wollen. Nachdem dann irgendwann mal die App geladen war, wussten wir dann auch wie viel wir abheben wollten. Dieser komische Automat hat uns allerdings so hohe Summen zur Auszahlung vorgeschlagen, dass wir den Vorgang nochmal abgebrochen haben und erneut nachrechnen mussten…wer zum Teufel hebt denn bitte 5.000€ (in Kronen wohlgemerkt) an einem tschechischem Geldautomaten ab!? #manwardaspeinlich. Nach gefühlt sieben Stunden hatten wir es geschafft, wir hatten Geld abgehoben #yeah.

Die Stadt an sich war wirklich schön, aber auch sehr klein und es war wenig bis gar nichts los.  Alles in Allem hätte man sich den Weg also sparen können.

Zurück im Auto haben wir das Navi angeschmissen und sind direkt in Richtung  Marienbad aufgebrochen. Da wir allerdings keine Vignette für die Autobahn hatten #Googlemeintebrauchenwirnicht #Landstraßeolé, mussten wir uns erstmal ne Tanke suchen und so´n Teil kaufen, nicht, dass wir noch abgezockt angehalten werden #ichnixverstehen. Rückblickend bleibt festzuhalten, dass wir für gefühlte 700Meter Autobahn eine 11,50€-Vignette gekauft haben #Schnäppchen #GooglehattewohlRecht.

So sehr ich unser Familienfahrzeug mag, so sehr hasse ich manchmal das eingebaute Navi. das Teil hat uns mal sowas von durch die Botanik gescheucht, da wurde einem zwischenzeitlich wirklich schlecht.

IMG_4761[1]

Tal des Todes

Im Bild zu sehen: ein noch erträglicher Teil der Strecke Der idyllische Anblick täuscht allerdings, die Straße war größtenteils unbefestigt, es gab keine Straßenschilder #damitkannichgrundsätzlichgutleben, keine Straßenbegrenzung, Rechts und Links ging es ca. 50 Meter Bergab/Bergauf und die #inbeideRichtungenbefahrbare Fahrbahn war teilweise gerade mal 2 Meter breit und das 15%ige Gefälle muss natürlich auch erwähnt werden. Passend zur Strecke, ich nenne sie mal „Tal des Todes“, lief dann im Radio „jeder Tag“, von „CRO“. Text: „…jeder Tag könnte dein letzter sein…“ #witzig #nicht, kam mir vor wie in Final Destination 7. Was ein Shizzle. Das hat wirklich keinen Spaß gemacht. Whatforever, wir haben das Tal der Toten lebendig verlassen #LebenamLimit #BetonungaufLeben und waren kurz darauf in Marienbad.

Marienbad, ein kleiner Ort, ungefähr 45Min. von unserem eigentlichem Ziel entfernt, ein wirklich hübsches Städtchen mit ein paar sehr sehr schönen Gebäuden und Parkanlagen.

 

In Marienbad angekommen ging´s an die Parkplatzsuche. Parkplatzsuche is ja immer Kacke, in nem fremden Land #okistnichtAustralien #abertrotzdemfremd ist das scheinbar auch nicht anders. Zwischenzeitlich dachte ich wirklich, die wollen uns verarschen, alle Parkplätze in der Stadt für 3€ die Stunde, länger ging aber auch nicht #WTF.

Da kann man mal in Ruhe essen und dann darf man nur ne Stunde Parken?

No Way! Wir sind also ewig rumgegondelt und haben nach nem adäquaten Parkplatz gesucht. Und, was soll ich sagen, wer suchet, der findet.  Wir konnten endlich unseren Mittagessens-Plan in die Tat umsetzen. Wir haben die örtlichen Lokalitäten inspiziert und uns für ein Restaurant entschieden, dass direkt an ein Hotel angeschlossen war. Keine schlechte Wahl, wie sich im Nachhinein rausstellen sollte. Die Einrichtung war, sagen wir mal, semimodern, die Kellner dafür aber sehr freundlich und das Essen war wirklich gut. Und das Beste, niemand musste sich um einen Hochstuhl kümmern, keiner musste irgendwelche Kinder bespaßen. Nichts wurde umgeworfen #wenndieFraudabeiistauchnichtselbstverständlich, es musste nicht gaaaanz schnell ein Lappen geholt werden und niemand hatte das Essen im gesamten Gesicht und Haaren zu hängen. Außerdem hat niemand versucht mit unverständlichen Lauten und missverständlichen Gesten seinen Willen kund zu tun. Unbezahlbar, so ein Essen ohne den Dödel.

Früher wurde jede Mahlzeit zelebriert, heute wird jede Mahlzeit eskaliert.

Nachdem wir uns ausgiebig der Völlerei hingegeben hatten, wurde dann noch die Liste der Sehenswürdigkeiten abgehakt #warennichtsoviele und #einmalTouriFailzumitnehmenbitte den schlechtesten Baumstriezel aller Zeiten haben wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen!

Nach diesem gar köstlichem Hochgenuss #niiiiiicht haben wir uns auf den Weg gen eigentliches Reiseziel gemacht. Das Navi hat Gnade walten lassen und uns ohne weitere Umwege ans Ziel geführt.

 

Da waren wir also, in Karlovy Vary, aka. Karlsbad #dawodieOblatenherkommen.

Bevor wir in die City getrullert sind, haben wir noch kurz unser Hab und Gut im Hotel abgeladen und des Dödels Mutter musste natürlich auf Toilette. Und außerdem, will ja Niemand, erst nachts im Hotel einchecken #sagtdieFrau. Wir haben also schnell eingecheckt, das Zimmer begutachtet #inklusiveWC #dashatdieFrauübernommen , für gut befunden und sind dann in Richtung City aufgebrochen. Man war das schön da. Was war das schön. Schön war´s! Auch auf die Gefahr hin mich zu wieder holen: ich fand´s schön. Ich geb´s zu, ich bin ja ein kleiner Architektur-Fetischist und wenn dann noch ein Fluss durch den Ort fließt, dann bin ich schon glücklich.

 

Wir haben also die City unsicher gemacht, gefühlt 27km zurückgelegt und immer wieder die #meistrussischen Touris mit so komischen Gefäßen rumlaufen sehen.

Irgendwann hat sich dieses Mysterium auch uns erschlossen, im Ort verteilt gab es wirklich schöne Pavillions, an denen man kleine Wasserhähne fand, aus denen man direkt das Heilwasser in seinen #ultrahässlichen Becher füllen konnte. Die Frau hatte Durst #hatsieimmeraußersiemussPipi, auf Grund der Tatsache, dass es aber überall umsonst Wasser gab, konnte man da nirgendwo welches kaufen. Wir haben uns also aufgemacht, um uns auch ein so wunderbar hässliches Gefäß zu besorgen, damit wir das Heilwasser konsumieren können. Gesagt , getan.

03051110

Ich muss euch sagen #dasgehtaneuchliebeKarlsbader, dieses Heilwasser schmeckt wie  heißes Schweineblut, dass zum Auskochen der alten Socken der örtlichen Fußballmannschaft schaft benutzt wurde. Man muss schon ziemlich verzweifelt sein, um diese widerliche Rotzplörre #sorry #notsorry zu trinken. So etwas ekelhaftes muss man wirklich erst mal finden. Chapeau! Die Frau hatte auch sogleich der Einnahme folgend #klingttollne einen heftigen Würgereiz zu verzeichnen! Auf Nachfrage meinerseits, ob sie damit aufhören könne, erwiderte sie nur, dass sie es hätte ausspucken können, das wäre ihr aber peinlich gewesen #isklar. Weil auf der Straße stehen und Würgegeräusche zu produzieren nicht peinlich ist, hat sie sich also dafür entschieden. Wie dem auch sei, wir haben die Stadt also weitestgehend erkundet und dann beschlossen auf weitere Nahrungsaufnahme zu verzichten #warennochzuvollgefressen, dass führte dann dazu, dass wir uns auf den Weg ins Hotel gemacht haben #schlafen #endlichschlafen #ohnekind. Wir habe es uns dann also noch im Hotelzimmer gemütlich gemacht und die Ruhe genossen. hach, diese Ruhe! Ruhe wird wirklich völlig unterschätzt! Am nächsten Morgen haben wir noch gefrühstückt und sind dann zurück in die Ära Handbier gefahren.

Irgendwie freut man sich dann nämlich doch, wenn einen der kleine Dödel wieder anlächelt.

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