Macken-Muster

Kennste einen, kennste alle, dieses Sprichwort, welches man meist von achselbehaarten, grau bezopften, verbitterten Frauenrechtlerinnen in Ballonseiden-Pumphosen hört, die obendrein noch eine gestörte Beziehung zur Spezies Mann haben, lässt sich auch ganz gut auf der Familie größten Schatz übertragen #neinnichtdasAuto.

Also, kennste ein Baby/Kleinkind, kennste alle. Gut, im Umkehrschluss könnte das jetzt so ausgelegt werden, dass ich ein achselbehaarter, grau bezopfter, verbitterter Papa in Ballonseiden-Pumphosen bin, der eine gestörte Beziehung zur Spezies Kind hat. Dem ist nicht so #abgesehenvonArschlochkindern #diestörenmichwirklich. Nichts desto trotz möchte ich das Thema mal aufgreifen, ich konnte nämlich nirgendwo etwas dazu finden.

Jedes Kind ist anders, für alle Eltern ist ihr Kind etwas einzigartiges, etwas ganz besonderes, das liest man ständig, auch ich selbst habe das schon oft genug geschrieben #mussalsowasdransein. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, die vermutlich alle Kinder teilen, vor allem, wenn es um bestimme Verhaltensweisen geht.

Ich versuche hier mal ein paar, meiner Meinung nach, typische Verhaltensweisen unserer Bälger zusammenzutragen.

 

Pinkeln:

ja, Pinkeln, urinieren, strullern, pipi-Machen, Lulu, wie auch immer wir es nennen, unsere Nachkommen machen es am liebsten in der halben Sekunde, die man braucht, um nach dem Windel-Wechseln eine frische Pipi-Bremse anzubringen. Ich kenne niemanden, niiiiiiemanden, dem das noch nicht passiert ist, also machen das vermutlich alle Babys dieser Erde. Vermutlich ist das so´n evolutionäres Überbleibsel á la Baum markieren. Manchmal bist du halt der Hund und manchmal der Baum.

 

Stimmungsschwankungen wie Frauen in den Wechseljahren:

kennt ihr das, euer Kind ist ziemlich gut drauf, begrüßt euch mit einem Lächeln, wenn ihr nach der Arbeit, ach Entschuldigung, die meisten von euch arbeiten ja gerade nicht Runde im Park wieder zur Tür rein kommt. Doch plötzlich, ihr habt vielleicht den Schlüssel nicht an die richtige Stelle abgelegt, eine falsche Bewegung gemacht, oder einfach nur geatmet, plötzlich steht da ein schreiendes Balg vor euch. Kein „ich-schreie-kurz-weil-mir-was-wehtut-Kind“, sondern ein „ich-schreie-weil-ich-es-kann-Kind“. So richtig mies gelaunt, von Null auf Eintausend im Bruchteil einer Sekunde. So megamäßig drüber, dass selbst das kleine Mädchen aus „der Exorzist“ es mit der Angst zu tun bekommen würde #inklusiveKopfum360Graddrehen #undfürchterlicherLaute. Mir war vor der Geburt des Dödels wirklich nicht klar, dass Kinder launischer sein können, als ihre Mütter während ihrer Periode #sorry #notsorry, ach was rede ich, sogar launischer als ihre Mütter während der Schwangerschaft #reifeLeistung. Kinder haben Stimmungsschwankungen #inbeideRichtungen, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Ein sehr gutes Beispiel ist hier das Nägel-Schneiden. Der Dödel hasst es sich maniküren zu lassen #Mimose, was würde ich dafür geben, meine Nägel nicht selbst zu pflegen. Whatforever, er hat fantastische Laune, rennt durch die Gegend und freut sich des Todes, sobald aber nur das Wort „Nagelschere“ in unseren Köpfen kreist, ist schluss mit lustig! Der Kopf geht in den Nacken, der Mund wird leiderfüllt verzerrt und die Krokodilstränen laufen, als ob man ihm gerade das komplette Spielzeug wegnehmen  und es vor seinen Augen an fremde Kinder verschenken würde. Er strampelt und wehrt sich, er schreit, er wütet vor sich hin. Sobald der letzte klick des Nagelknipsers allerdings gemacht wurde, hat er auch schon wieder etwas neues entdeckt. Oh, eine kleine Tube Wundcreme, wie interessant. Zack, alles vergessen, als ob nie etwas gewesen wäre. Was würde ich manchmal dafür geben, diese Gabe zu haben.

 

Holzspielzeug für Klicki-bunt-Spielwaren links liegen lassen:

Die romantische Vorstellung, dass das eigene Kind mit tollem Holzspielzeug, mit Holzbausteinen, Holztieren oder Brummkreiseln spielt, ihr wisst was ich meine, der ein oder andere von euch hatte sie vielleicht auch. Wir hatten uns das auf jeden Fall so vorgestellt. Da Vorstellung und Realität im Bezug auf Kinder/Erziehung zwei völlig unterschiedliche Sachen sind , läuft das bei 100% unserer Kinder folgendermaßen:

Oma, Opa, Tante, Onkel, Bekannte oder Freunde, irgendwer findet sich immer, der den bunten, lauten, den immer wieder die selbe Musik abspielenden, Stein ins Rollen bringt. Spielzeug aus Plastik, mit möglichst vielen bunten Lichtern, und Knöpfen, wahlweise auch mit Klaviertasten, die je nach Modus auch noch Tierlaute oder eben Noten wiedergeben. Ach und leicht eingängige Texte werden von nervigen Frauenstimmen extra für das tolle Klicki-Bunt-Spielzeug eingesungen. Diese Spielzeuge, genau die, die man sich eben nicht für sein Kind gewünscht hat, sind die, die natürlich interessanter sind als alles Andere auf der Welt #außerSchlüsselundHandys. Da kannste Holzspielzeug personalisieren lassen, anpreisen wie die Marktschreier zum Mittwochmorgen , oder die Alternativen verschwinden lassen, es führt einfach kein Weg daran vorbei. Sobald die Kinder erst einmal eines dieser Spielzeuge in ihren klitzkleinen, klebrigen Fingern hatten, ist der Zug mit dem Holzspielzeug einfach abgefahren. Wir haben uns damit abgefunden und können mittlerweile alle Texte/Lieder mitsingen/-sprechen. Mein persönlicher Favorit: „ich bin ein Auto gelb und klein und fahr´ in Richtung Sonnenschein #miiiiepmiiiiep„. Liebe Mai Cocopelli, ich wünschte du wärst Stummfilmdarstellerin geworden.

 

Zu Kinderliedern tanzen:

ich hätte es nicht für möglich gehalten, es ist unbestreitbar, dass wirklich alle Kleinkinder auf Kindermusik abgehen. Diese Lieder, die wenig bis keinen Text beinhalten, der sich natürlich ständig wiederholt und zu allem Übel auch noch in die tiefsten Ecken des Stammhirns einbrennt. Dü dü dü düdüdüdü düdü… ich muss ja zugeben, ich könnte da wirklich ausrasten, es nutzt aber alles nix, wer sich anpinkeln lässt, der kommt dann auch mit so etwas klar. Ehrlicherweise #wowirschongraddabeisind muss ich sagen, dass es einfach total süß ist, wenn der Dödel hochmotiviert anfängt wild mit den Armen rumzuschlenkern und völlig außerhalb des Taktes durch die Gegend wippt #hatervonseinerMutter. Bei mir hat sich da also so etwas wie eine Hassliebe zu Kinderliedern und den damit verbundenen Tanzeinlagen des Dödels entwickelt.

 

Mit gefährlichen Sachen spielen:

Kleinkinder/Babys haben einen eingebauten Bullshit-Radar, anders kann ich es mir wirklich nicht erklären. Der Dödel beispielsweise, sobald er krabbeln wie ein verwundeter Soldat durch die Bude robben konnte, hat er sich zu den Steckdosen begeben, zielstrebig. Da frag ich mich schon wieso, es ist ja nicht so, dass wir etwa ständig vor seiner Nase zusammen vor ner Steckdose sitzen und mit spitzen Gegenständen da drin herumstochern. Messer, Scheren, Gabeln, Molotow-Cocktails, Kettensägen, Rasenmäher, Äxte, Feuerwerfer, Panzerfäuste, Flak-Geschütze, alles was man halt so im Haushalt hat und nicht für Kinderhände bestimmt ist, ist für die lieben Kleinen ganz hoch im Kurs. Ich habe die Theorie, dass das irgendetwas mit natürlicher Auslese zu tun hat.

 

Essen vom Teller klauen:

Muddi stellt sich hin, macht Pastinakenbrei, Kartoffelpü und Fisch, das Kind soll ja vernünftig verpflegt werden. Das Ergebnis der Kocharie wird schön auf einen kindgerechten #ambestenmitTierendrauf Teller platziert und auf mundgerechte Temperatur runtergekühlt. Das Kind wird in seinen Thron gehievt #undsitztdadannauchwieeinKönig und das liebevoll zubereitete Essen wird serviert. Juckt das Kind allerdings nur so semi, bei Muddi und Vaddi gibt´s nämlich auch was zu holen. Genau dasselbe Essen, allerdings auf deren Tellern sieht das natürlich viel besser aus und überhaupt und sowieso, wieso nicht einfach das Essen der Eltern essen!? Es wird also so lange rumgequängelt, bis entweder die Teller der Verziehungsberechtigten geleert wurden, oder eben ein Löffel in Richtung Kindermund wandert. Der Dödel hat es übrigens auch perfektioniert, beim „Abbeißen“ vom Brötchen der Muddi nur den Belag zu konsumieren…mhhhh, Käsebrötchen #Brötchenkannstebehalten. Und wehe man verlässt seinen Platz, man kann wirklich nicht so schnell gucken, wie die kleinen Speckfinger über den Tisch wandern und sich die Packung Wurst krallen. Da sind dann plötzlich alle altersbedingten Bewegungseinschränkungen vergessen.

 

Befehle verweigern:

mit Befehlen meine ich hier nicht etwa Drill, wie bei der Bundeswehr, sondern eher so Sätze wie: „sag mal Opa“, „mach mal winke winke“, „gib der Oma mal einen Kuss“, sowas halt. Jeder sagt sie mal zu seinen Kindern und jedes Kind ignoriert sie in 95% der Fälle. Die 5%, in denen der Nachwuchs kooperiert machen selbstverständlich die Situationen aus, wo mit absoluter Sicherheit klar ist, dass es niemand mitbekommt. Man ist ja als Elternteil furchtbar stolz, wenn die Bälger plötzlich was neues können und will das dann dementsprechend auch mit seiner Umwelt teilen. Problem ist nur, dass das der ausführende Part generell maximal wohlwollend zur Kenntnis nimmt und trotzdem nicht mal ansatzweise dergleichen tut #dergutealteVorführeffekt. Ich fasse nochmal zusammen, das Kind kann bspw. plötzlich tschüss sagen, wenn jemand den Raum verlässt. Dieser Vorgang klappt 19.000 mal und wenn man dann die neuen Skills der Öffentlichkeit präsentieren möchte, passiert folgendes:                               . #WissterBescheid.

 

Brillen antatschen:

das leidige Thema Brillen. Seltsamerweise haben Brillen eine magische Anziehung auf Kinder. Muss ein ähnliches Prinzip wie bei Steckdosen sein. Sobald man das Kind auf den Arm nimmt #umeszutragen wird auch schon nach den Ferngläsern des Trägers gegriffelt. Ich glaube meine Brille hat mittlerweile keine Entspiegelung mehr, weil die Fettfinger des Kindes und das anschließende Reinigen, mit dem jeweils gerade in Gebrauch befindlichem Oberbekleidungsstück, sie schon aufgelöst haben müssen. Anfangs wird die Brille einfach nur abgezerrt, später wird dann versucht sie in eine neue Form zu bringen und irgendwann wird dann auch mal probiert sie selbst aufzusetzen. Mit Erwachsenen-Brillen sehen alle Kinder aus wie Klugscheißer #justsayin. Ein weiteres Phänomen sind Sonnenbrillen, die sind natürlich auch total toll, man kann sich ja darin sehen! Wenn die Sonnenbrille dann allerdings vor die eigenen Glotzerchen wandert, dann ist meist der Spaß vorbei, plötzlich wird es nämlich dunkel; und Dunkelheit ist ja bekanntlich der Endgegner, womit wir dann auch zur letzten, zur ultimativen Gemeinsamkeit aller Babys/Kleinkinder kommen –

 

Nicht ins Bett gehen wollen:

egal wie müde, egal wie anstrengend oder lang der Tag war, Schlaf ist für Kinder einfach keine Option. Die Augen fallen schon zu, der Bewegungsapparat hat seine Arbeit schon weitestgehend niedergelegt und fügt sich nur noch widerwillig seinem Schicksal, aber ins Bett gehen, das geht wirklich überhaupt nicht. Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, wie schön das Kinderzimmer ist und wie kuschelig das eigene Bettchen dabei hergerichtet wurden. Und das schlimmste ist, wenn man den Punkt verpasst, dass Kind ins Bett zu verfrachten, dann kommt da plötzlich nochmal frischer Wind unter die Segel der Bälger und die wilde Wahnsinnsfahrt geht nochmal für ca. 2 Stunden in die Verlängerung.  #rückwärtsrückwärtsrückwärts.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die achselbehaarten, grau bezopften, verbitterten Frauenrechtlerinnen in Ballonseiden-Pumphosen, mit gestörter Beziehung zur Spezies Mann, Recht haben und unsere Bälger doch, bei aller Einzigartigkeit, auch ziemlich viele Macken gemeinsam haben.

Abschließend kann ich euch aber trotzdem beruhigen, ich habe extra nochmal nachgemessen, unser Kinder sind alle großartig!

 

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