SOCIAL-MEDIA-ZIRKUS 

Guten Morgen ihr Pappnasen!

Ich dachte mir, dass es Zeit für eine Aktualisierung meiner Hass-Hitparade wäre, allerdings hat sich beim Schreiben des Textes herauskristallisiert, dass ich hier keine Hass-Hitparade2.0 schreibe, sondern, dass mir aktuell hauptsächlich ein Thema ultimativ auf den Sack geht!

!Vorweg möchte ich euch hiermit warnen, dass dieser Post Spuren von Kritik enthalten kann!

Im ersten Teil ging es unter anderem um Klugscheißer, Kinderarztbesuche  (passend zum letzten Beitrag…), Behördengänge mit Kindern, lange Autofahrten, Eltern anderer Kinder, Spielplatzbesuche -hier ganz speziell um die Typen der anwesenden Elternschaft-; und ums Frühstücken mit Kindern.

Ich hatte mich beim Schreiben des Vorgänger-Posts hauptsächlich auf das Kinderthema beschränkt, wohl wissend, dass es sonst ausarten würde.

Heute möchte ich mich nun mit dem Thema Social Media auseinandersetzen, wohl wissend, dass ich mir damit vermutlich Influencer-Karriere-mäßig keinen Gefallen tue.

Die aufmerksamen Leser unter euch (also die zwei, oder drei 🙂 ) werden sich vermutlich an die „Hassliebe“ erinnern. In diesem Post hatte ich mich schon einmal bezüglich der ganzen negativen Aspekte im Social-Media-Zirkus ausgekotzt, ich würde das Thema aber gern mal noch ein bisschen näher ausführen.

Social-Media-Zirkus trifft es, meiner Meinung nach, ziemlich genau. Es sind doch einige, mehr oder minder gute Schausteller-/innen (die in der Manege alles geben) im Social-Media-Zirkus vertreten. Da gibt es Stutenbissigkeit, da gibt es Feuerwerk, da gibt es Pferde auf Fahrrädern, da gibt es Bären im Tütü, die Dreirad fahren, da gibt es gut dressierte Hauskätzchen, die auf Kommando alles können und da gibt es Clowns, die seltsame Kunststücke vollführen.

Ich mache mir Sorgen, ernsthaft!

Mich beschleicht mehr und mehr das Gefühl, dass der ein oder andere Schausteller dieses Zirkus´ sich einen Influencerza eingefangen hat. Diese „Krankheit“ grassiert zumindest in meinem „Social-Media-Umfeld“ massiv. Nicht auszudenken, wenn sie sich weiter ausbreitet.

Jeder, der irgendwann mal des Schreibens ertüchtigt wurde, eröffnet einen Blog!

Jeder startet einen eigenen Blog und ich frage mich langsam, wie die zwei Nasen, die einfach keinen Bock auf nen eigenen Blog haben, das alles lesen sollen. Wenn ich länger darüber nachdenke, bekomm´ ich direkt ne Schreib-Blog-Kade! Das Schlimmste überhaupt ist nämlich:

Ich bin mittendrin!

Ich möchte anders sein, als die anderen! So, wie die meisten anderen eben auch! Dadurch machen im Prinzip dann doch wieder alle das selbe; und da kann ich mich nicht ausschließen. Das ist vermutlich auch das Problem an der ganzen Sache. Das macht mich fertig, echt! Im Grunde rege ich mich gerade auch teilweise über mich selbst auf (bis auf die Werbung bin ich ja auch Teil des Problems)🤷🏻‍♂️.

Wenn jeder anders ist, dann sind wir eben plötzlich alle wieder gleich (jetzt wird´s hier philosophisch).

Der geneigte Influencer-Lehrling kapiert natürlich relativ schnell, dass ohne eigenen Blog nicht viel geht (ein paar Ausnahmen gibt es auch hier – wie überall) und macht sich  ans Werk; dort kann man dann nämlich auch ganz hervorragend die ein oder andere Produktplatzierung unterbringen.

Whatforever, es gibt einige Accounts, denen folge ich schon ziemlich lange; doch mehr und mehr stellt sich mir die Frage:

Warum überhaupt?

Mit steigenden Follower-Zahlen nehmen Produktplatzierungen überproportional zu und verdrängen (gefühlt) den Menschen, der vorher sein Leben mit mir geteilt hat. Der Mensch teilt jetzt nämlich lieber gesponserte Halsketten und Armbänder mit mir, als seinen stinknormalen Alltag mit seinen unweigerlichen Höhen und Tiefen.

Das macht mich traurig, das macht mich wütend, das ärgert mich. Man könnte jetzt (wie so oft) sagen, „dann sieh dir doch nicht an, was er/sie jetzt so treibt“ und das Ganze einfach abtun. Das möchte ich aber nicht. Warum müssen denn immer tausende von Kooperationen eingegangen werden, warum wird nicht einfach wie bisher weitergemacht?

Vielleicht sind die Angebote, die man so bekommt einfach zu verlockend!?

Hier mal ein kleines Beispiel:

Menschen ändern sich, Viele, die uns lange begleitet haben, führen jetzt ein Leben, an dem wir nicht mehr teilhaben, weil sich die Wege einfach in andere Richtungen entwickelt haben. Aber muss das denn im Digitalen wirklich analog #wasnWortspiel ablaufen? Vor allem für so etwas!?

Vieles steht und fällt, wie im „echten Leben“ , mit dem Umfeld. Je mehr Bekanntheit jemand erreicht, desto deutlicher kristallisieren sich dann die „friends with benefits“ heraus, das ist zumindest mein Eindruck. Da wird in den Stories verlinkt und erwähnt, dass sogar dem erfahrenstem Zirkusdirektor die Kinnlade runterklappt. So genannte Engagement-Groups. Person X liked, kommentiert, verlinkt Person Y und im Gegenzug macht Y das bei X genauso. Das hat so´n bisschen was von „Follow for Follow“ #undsindwirmalehrlicjdasmagdochkeiner, ist aber minimal subtiler und garantiert effektiver.

Viele, die irgendwie in „höhere Sphären“ aufsteigen, bewegen sich also nur noch im Dunstkreis derer Leute, die einen gewissen Mehrwert mit sich bringen. Das fuckt mich persönlich ziemlich ab #sorry #notsorry! Nicht, weil ich da unbedingt dabei sein möchte (da müsste ich zu oft die Faust in der Hosentasche ballen) , sondern weil ich es einfach so albern finde, wie einen Hund, der auf Kommando einen Salto auf einem im Kreis galoppierenden Pony macht.

Ich frage mich dann immer, ob einem da nicht irgendwann der Spaß abhanden kommt. Da werden Bloggerevents besucht (versteht mich nicht falsch, grundsätzlich hab ich nix gegen solche Vernastaltungen, ich mag nur diese Reichweitenvergrößerungs-Events nicht), auf denen sich alle treffen, die man täglich in seinen Stories erwähnt und verlinkt, um dann – am besten gemeinsam – die Rabattcodes rauszuhauen, die die Kooperationspartner freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben. Ach und der Spaß an der ganzen, absolut überwältigend großartigen Veranstaltung kommt natürlich auch nie zu kurz, is klar. (hiermit hab ich mich vermutlich offiziell für alle jemals folgenden Bloggerevents disqualifiziert #dithappens) Um mal auf den Kern der Sache zurück zu kommen, warum denkt aktuell eigentlich jeder, dass er Influencer werden muss?

Grundsätzlich sind wir alle Influencer, immer! Jede unserer Handlungen hat Konsequenzen, wenn wir etwas tun, dann beeinflusst das jemanden. Warum muss man immer alles so forcieren? Reicht es nicht, sich einfach auszutauschen, seine Geschichte zu erzählen und zu schauen, was passiert? Vielleicht hab ich da einfach ne Gehirnwindung zu wenig, aber ich verstehe es nicht!

Anyhow, leider wandeln sich oft stinknormale Accounts irgendwann zu „ich-stell-mich-vor-ne-Tür-und-guck-lässig-zur-Seite-Accounts“ deren oberstes Ziel scheinbar ist, die 10K #gernaberauchmehr #isklar Follower-Marke zu erreichen. Sieht ja schon schön aus, ne?

Vielleicht werden sie auch alle Influencer, die Frage ist dann aber immer noch, ob es nicht zumindest zweifelhaft ist, wodurch sie irgendwen beeinflussen?

In letzter Zeit fanden sehr viele Blogger-Events statt; und an einigen haben Leute teilgenommen, denen ich (noch) folge, bei manchen war es nur eine Frage der Zeit, bei anderen war ich regelrecht erschrocken, dass sie da teilnehmen/teilnahmen. Ich nutze solche Gelegenheiten immer sehr gern um zum einen mal für ein paar Tage abzutauchen, da ich diese Dauer-Beweihräucherung nicht ertragen kann; und zum anderen, um meine „Freundesliste“ auszumisten.  Nichts desto trotz kommt man nicht so richtig an solchen Geschichten vorbei, weil der nachträgliche Buzz um solche Veranstaltungen natürlich auch immer das eigentliche Ziel ist #Trending. Was will ich eigentlich sagen?

img_0849 Ich hatte es schon einmal geschrieben und möchte es jetzt nochmals bekräftigen:

Don´t believe the Hype! Macht doch einfach euer Ding und verkauft nicht eure Seele für ein Paar Kooperationen #okleichtübetrieben. Beeinflusst euer Umfeld, eure Freunde, eure Familie, eure Kollegen, eure Kinder. Lasst nicht euch beeinflussen.

Vielleicht kriegen wir dann auch die Influencerza in den Griff und können mal zusammen in den Zirkus gehen.

So, nach meinem Social-Media-Harakiri würde ich gern mal hören, wie ihr zu dem Thema steht!?

14 Gedanken zu “SOCIAL-MEDIA-ZIRKUS 

  1. pelu71 schreibt:

    Wenn ich ehrlich bin verstehe ich deinen Unmut. Wenn mich etwas stört und ich kann es nicht ändern dann trenn ich mich aber davon.Auch im realen Leben trenne ich mich von Menschen wenn es keinen gemeinsamen Weg mehr gibt. Viele Menschen nehmen sehr gern an was ihnen günstig geboten wird. Aber ihre Präsentationen mußt du dir ja nicht antun….Ich führe mein Account als mein Tagebuch in das andere rein sehen dürfen. Und hab Spaß daran. Es gab aber auch Follower von denen ich mich verabschiedet habe. Deren Gemache und Getue war schon manchmal schwer zu ertragen….

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  2. pelu71 schreibt:

    Sicher wahr. Wobei man sich ja nicht im Streit trennt. Man hat sich nur einfach nix mehr zu sagen. Im Leben außerhalb von Insta empfinde ich das als Ballast. Und da umgeben ich mich ja auch nicht mit 1000 oder mehr Freunden und Bekannten🤔

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  3. pelu71 schreibt:

    Sicher wahr. Wobei man sich ja nicht im Streit trennt. Man hat sich nur einfach nix mehr zu sagen. Im Leben außerhalb von Insta empfinde ich das als Ballast. Und da umgebe ich mich ja auch nicht mit 1000 oder mehr Freunden und Bekannten🤔

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  4. synapsenfasching schreibt:

    Zum Glück bin ich mit Polytetrafluorethylen beschichtet, sonst hätte ich mich bei der vermehrten Verwendung des Wortes „Zirkus“ fast angesprochen gefühlt Herr Direktor 😂
    Ich bin inzwischen dazu übergegangen mich nicht mehr darüber aufzuregen, denn es ist ja nicht mein account der mit Werbung vollgemüllt wird und ich habe nicht das Recht andere, die vielleicht mit ihrem „way of (social media) life“ völlig zufrieden sind zu kritisieren, ändern oder belehren zu dürfen. Ich für mich darf es Kacke (<- aktuelles Lieblingswort des Sohnes übrigens) finden und habe dann die Wahl…gehe ich freiwillig oder spiele ich weiter Voyeur. Ich erwische mich selbst noch oft dabei, wie ein Gaffer am Unfallort es weiter beobachten zu müssen, am Schorf zu kratzen, obwohl ich weiß das es weh tun wird. Immer und immer wieder.
    Es wird online und unter dem Deckmantel der Anonymität aktuell so viel gelästert, kritisiert, angedichtet und verurteilt….dass ich für mich entschlossen habe…2 x 3 macht 4 Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
    Ich klicke' mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt….

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    • nocheinpapa schreibt:

      Ich war mir sicher, dass du das nicht auf dich beziehst, deshalb hab ich es so stehen lassen 🙂 . Vermutlich hast du Recht, dass man die Entscheidungen anderer nicht kritisieren sollte, hinterfragen ist hier vermutlich angebrachter. Aussortieren ist wirklich die einzige Möglichkeit, nur manchmal fällt es schwer, wie du sagtest…bei nem Unfall nicht zu gaffen gebietet eigentlich auch der Respekt, es dann auch tatsächlich zu lassen fällt manch einem aber trotzdem enorm schwer.

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  5. Joanna schreibt:

    Also als Teilnehmerin an diesem social media Zirkus sehe ich das natürlich ein bisschen anders. Ich verstehe, dass Dich zu. B. Fotos von Uhren und Armbändern nerven. Mich stören sie, da ich sowas tatsächlich gerne trage. Wenn es für Dich allerdings unerträglich wird, versteht sicher jeder, wenn Du solche Accounts aussortierst. Schade nur um diejenigen, die sehr wohl an Austausch interessiert sind und Input bringen und doch hin und wieder Werbung posten. Ich will hier natürlich keine Namen nennen. 😏Das mit den Verlinkungen hab ich ebenfalls anders erlebt. Natürlich verlinkt man die, mit denen man auch den meisten Quatsch macht und freut sich wenn online eine Antwort kommt. Das ist einfach Feedback und in den meisten Fällen nicht abgesprochen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Und was ich persönlich über die Events denke, kannst Du in meinem Blog nachlesen. (Ups schon wieder eine!😉). Aufregen lohnt nicht und ist schlecht für den Taint. Dann lieber friedlich die Followerschaft beenden wenn Du deswegen auch die Person plötzlich doof findest.

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    • nocheinpapa schreibt:

      Mir geht es nicht um „mal nen Armband posten“, mir geht es um dieses unerträgliche Steigern dieser ganzen Geschichte…viele verlieren sich da einfach drin… wenn man mal was teilt, womit man sich im besten Fall auch noch identifiziert, dann it das auch für mich nicht das Problem

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  6. Greenribbonplus schreibt:

    Dabei würde dir so ein Armband wirklich gut stehen. Treffen kann ich irgendwo noch verstehen, weil es besonders unter Eltern toll ist sich Face to Face (Gesicht zu Gesicht klingt komisch) auszutauschen. Jedoch nerven die Gewinnspiele soooo sehr. Und die stündliche Erinnerung, dass das Gewinnspiel ausläuft und man ja noch schnell 10 Freunde markieren, 5 Lobpreisungen singen soll und seine Seele bitte am login abgibt.

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  7. wutzhans schreibt:

    versteh das total, mir geht’s genauso. ich frag mich immer… leute, wieviel zeit habt ihr eigentlich. habt ihr keine freunde? wenn nicht, okay – aber ich geh vom gegenteil aus (warum eigentlich). kümmert euch um diese (und eure kinder). die freunde werden es euch danken (und euch evtl. bis ans sterbebett begleiten – ohne werbung) – und die lehrer auch (damit sie später nicht nervige arschlochkinder erziehen müssen).

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  8. Bettina schreibt:

    Huhu… na, da kommt mir so einiges bekannt vor. So. Jetzt bin ich gerade eben aufgewacht und dachte mir so… hmmmm, des Dödels Dad beschreibt ganz genau, was dir gerade passiert. Ich habe schon an Trains mitgemacht, fand dies eine Zeit lang spaßig, hab nette Menschen dahinter kennnegelernt, Engagement-Groups mehrfach dankend abgelehnt, die hässlichen Armbänder ebenfalls… Dann kam ein Smoothie, den ich unbedingt testen wollte und hab mich quasi kurz mal „kaufen“ lassen… Smoothie probiert auch ein Bild gepostet, abgehakt. Für mich habe ich entschieden, dass es ok ist auch mal was auzuprobieren, so lange es in mein Leben passt und ich trotzdem authentisch bleibe. Allerdings stößt es mir momentan auch bei anderen auf und dieses „Hallo, liebe Liebenden…“ Gedöns und das Wetteifern nach Likes, Followern und und und sowieso …. Kurzerhand hab ich meinen Account deaktiviert und absolviere „social detox“ passend zur Fastenzeit. Ob ich danach wieder komme muss ich noch entscheiden…. ;-)(#teamdigitalwirdbanal)….

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    • des Doedels Dad schreibt:

      Hab das auch mal zwei Wochen mit dem DigitaDetox gemacht, war gut. Mir hat aber trotzdem irgendwie was gefehlt…wobei das sicher nur ne Frage der Zeit ist, bis man sich diesen Insta-Kram abgewöhnt hat. Ich hoffe ja nach wie vor, dass sich dieses Influencer-Tum irgendwann von selbst erledigt.

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