Trauertourismus #1

Schon eine ganze Weile liegt mir ein Thema auf dem Herzen. Ich habe es immer wieder zur Seite geschoben, weil mir klar war, dass es ziemlich heikel ist, weil die Meinungen diesbezüglich doch ziemlich stark auseinandergehen.

Nachdem ich mich nun aber schon öfter damit befasst, und auch einige Unterhaltungen mit anderen darüber geführt habe, bin ich zu dem Schluss gekommen es anzusprechen, weil es offensichtlich einige unter uns umtreibt.

Die Überschrift „Trauertourismus“  trifft nur im weitesten Sinn das, was ich ansprechen möchte; allerdings ist der Begriff der, der dem Ganzen am nächsten kommt.

Worum geht es mir?

Das Leben endet mit dem Tod, immer!

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Wir alle hoffen, dass das so spät wie möglich passiert; manchmal ist es aber leider so, dass das Schicksal, Gott, unglückliche Umstände, Pech, Zufälle, Krankheiten oder was auch immer, unsere Pläne durchkreuzen und wir Menschen verlieren, die uns wichtig sind.

Ich für meinen Teil bin davon bisher weitestgehend verschont geblieben und sehr dankbar dafür. Ich kann mir aber vorstellen, dass das das Schlimmste ist, was einem überhaupt passieren kann.

Jeder Mensch geht anders mit Schicksalsschlägen um, und das ist auch gut so.

Es gibt Menschen, die das mit sich selbst ausmachen; und es gibt Menschen, die darüber reden müssen, bzw. ein anderes Ventil suchen.

Hin und wieder kommt es dann auch vor, dass jemand –der es nicht mit sich allein ausmachen will (oder kann) — seinen Leidensweg auf Instagram teilt.

Eben solche Profile, die von Menschen betrieben werden, denen unfassbares Leid widerfahren ist, gehen mit gruseliger Regelmäßigkeit zahlenmäßig durch die sprichwörtliche Decke.

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Profile mit knapp 500 Followern bekommen über Nacht 10K, 15K Follower (Tendenz weiterhin stark steigend) hinzu, weil irgendwer Mitleidsbekundungen über seinen Account öffentlich macht und die Welle der Anteilnahme an Fahrt aufnimmt.

Aber ist es wirklich nur die „Welle der Anteilnahme“ ?

Genau an diesem Punkt stellt sie sich mir immer wieder die Frage nach dem „Warum“?

Wie kommt es, dass Menschen, die beispielsweise eine dieser Beileidsbekundungen (bei den uns allseits gut bekannten Influencern) sehen und sofort auf das Profil der/des Betroffenen gehen, und der Person folgen, ohne diese vorher gekannt zu haben?

 Versteht mich um Himmels Willen nicht falsch, ich möchte niemandem Empathie oder Mitgefühl absprechen!

Das möchte ich ganz klar nochmal betonen. Jeder, der liest, dass jemand sein Kind bspw. an eine Krankheit verloren hat, wird wohl — sofern er nicht emotional total verkrüppelt ist– Mitleid empfinden.

Wieso aber bekunden die vielen Tausend Menschen, denen das Schicksal mitunter selbst sehr nahe zu gehen scheint, nicht „einfach“ ihr Beileid und „gehen dann wieder ihrer Wege“?

Ist es Sensationslust? Ist es der Gedanke dem Betroffenem Beistand leisten zu wollen? Ist es Langeweile? Ist es das Gefühl als selbst Betroffener nicht allein zu sein; oder ist es einfach nur Zweck zur (in dem Fall wirklich pietätlosen) Unterhaltung?

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Diese Umstände kann ich für mich wirklich einfach nicht nachvollziehen.

Ich meine, wer von euch würde denn mit auf den Friedhof gehen, wenn er eine Trauergemeinde sieht, nur um zu schauen, wie die Trauernden damit umgehen?

Vermutlich nur die Wenigsten!

Da aber in der digitalen Welt viele Grenzen überschritten werden, die im „Real-Life“ vielleicht noch eher eingehalten werden, ist scheinbar nichts mehr unmöglich.

Ich fürchte — ich weiß es natürlich nicht genau (es spricht ja so gut wie niemand darüber)–, dass viele einfach ihre Sensationslust stillen wollen.

Womit wir dann auch beim „Trauertourismus“ wären, welcher im besagten „Real Life“ mittlerweile auch zu einem immer größeren Problem zu werden droht.

Hier nur mal zwei Beispiele für den Irrsinn, der uns tagtäglich umgibt:

„Beitrag der „WELT“

Oder beim SWR.

Diese Trauertouristen, aka. Gaffer, die gibt es (MEINER MEINUNG NACH!) eben auch viel zu oft im social Media und es (verzeiht mir hier bitte die drastische Wortwahl) kotzt mich an!

Zum Begriff „Gaffer“:gaffer

Bemüht man Wikipedia, wird einem Folgendes ausgespuckt:

Gaffer bezeichnet:

umgangssprachlich abwertend Schaulustige. Gaffer sind also Schaulustige.

Schaulustige, die aus purer Sensationslust das Leid anderer „konsumieren“.

Wie pervers kann das Leben bitte sein? Für mich ist das oben beschriebene Phänomen eine Verbildlichung des Gaffertums.

Sicher gibt es auch einige Menschen, die ein ähnliches Schicksal erlitten und den Austausch mit anderen Betroffenen suchen; sicher gibt es Menschen, denen das ganze so ans Herz geht, dass sie irgendwie für den Betroffenen da sein möchten; aber ich für meinen Teil glaube, dass der Großteil der neuen Follower eben solche Schaulustigen ausmacht.

Ich fürchte einfach, dass das die bittere Wahrheit ist; und das macht mich ernsthaft wütend.

Ich möchte mir allerdings nicht anmaßen dieses Thema nur aus meiner Sicht zu beleuchten; und habe deshalb ein paar „Instabuddys“ gefragt, ob sie sich auch dazu äußern möchten.

Ich freue mich, dass sie zugesagt haben, und uns im Folgenden ihre Sicht der Dinge näher bringen.

Los geht´s mit Bellas (mamabellita) Meinung:

bella

Wie jeden Abend scrolle ich kurz vorm Schlafengehen durch die kleinen Quadrate.

Eine blöde Angewohnheit, ich sollte mir das echt abgewöhnen.

Meine Augen bleiben an den funkelnden Augen eines kleinen Blondschopfs hängen, den ich in der Story einer Bloggerin entdecke. Was für ein bezauberndes Lächeln, denke ich mir noch, dann lese ich die Worte unter dem Bild.

Es ist der herzzerreißende Abschied einer Mutter, die gerade den Verlust dieses 4-jährigen erleiden musste. Mein Herz krampft sich zusammen. Oh mein Gott, wie unerträglich! Bevor ich weiter darüber nachdenken kann, klicke ich mich durch das, bis dahin glückliche Familienalbum dieser völlig unbekannten Menschen. Tränen steigen mir in die Augen, umso tiefer ich in die Geschichte der beiden Eltern aus Australien und ihrer drei bezaubernden Kinder einsteige, umso mehr leide ich.

Ich folge dem Account, wähle mich jeden Tag ein um zu sehen, wie diese Menschen dieses unerträgliche Schicksal überleben können.

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Immer öfter begegnen uns in den kleinen Quadraten nicht nur perfekt durchgestylte Kinderzimmer, hübsche Blumenarrangements und Familien, die alle Ton in Ton in den Sonnenuntergang schreiten, sondern auch Drama. Unverstellt, ungeschönt und roh. Junge Menschen die unheilbar krank sind, Mütter die ihre Kinder verloren haben, Familien, die den Verlust eines Elternteiles beklagen müssen.

Sobald dieser Schicksalsschlag auf Instagram platziert wird, gehen diese Profile durch die Decke.

Es entsteht eine Art Trauer-Tourismus.

Es handelt sich hier um echte Menschen, mit echten Gefühlen und man hat das Gefühl hautnah dabei zu sein, aber trotzdem ist es weit genug weg um sich selbst sicher zu fühlen.

In der Regel kennen wir die Leute nicht, die gerade durch die Hölle gehen. Wir können mitleiden, aber am Ende des Tages das Handy beiseite legen und unsere gesunden Kinder an uns drücken.

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Ist das nicht perfide, sich am Leid anderer zu ergötzen?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Trauer kommt in so vielen Formen, wird auf so unterschiedliche Weise bewältigt, warum nicht über die sozialen Medien?

Eine junge Bloggerin ist an Krebs erkrankt und wird ihren 30. Geburtstag nicht erleben. Wie geht man mit diesem Wissen um? Sie nutzt Instagram wie eine Therapie. Gibt ihrem Weltschmerz, ihrer schrecklichen Wut und ihrer tiefen Trauer einen Kanal. Es ist fürchterlich beklemmend ihre Worte zu lesen, doch sie ist nicht alleine damit, zumindest in der virtuellen Welt findet sie Trost. Mag sein, dass ich mir das alles auch nur schön rede, um meinen eigenen Voyeurismus zu entschuldigen, doch die Betroffenen die diese Art der Trauerbewältigung nutzen, haben sicher ihre Gründe.

Eine Freundin von mir hat den Verlust ihres Vaters nicht nur über Facebook und Instagram verarbeitet, sondern auch ein Buch geschrieben.

In „Lieber Tod, wir müssen reden“ schreibt Muriel über Trauerbewältigung und sagt selbst, sie habe sich damit den Willen zum Leben zurück „erschrieben“. In dieser dunkelsten Zeit habe sie Licht erschaffen, nicht nur für sich, sondern auch für Leidensgenossen.

Gibt es einen „Trauer-Tourismus“ in den sozialen Medien? Ja, bestimmt. Doch wir sollten ihn nicht verurteilen.

Wenn es den Menschen, die hinter diesen Profilen stecken, hilft, irgendwie durch diese schwersten Stunden in ihrem Leben zu kommen, dann hat es durchaus seine Daseinsberechtigung.

Juli von Doppelkinder sieht das Thema folgendermaßen:

Bild 12

Das Internet hat die Welt entgrenzt.

Und gleichsam hat es auch in den Menschen Grenzen gesprengt.

Ich selbst erlebe mich auch viel offener und freier in dem, was ich mitteile, als ich es mir früher jemals hätte vorstellen können.

Ich tue das aus zwei Gründen.

Weil es mich befreit und mir hilft, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, wenn ich sie aufschreibe oder in einem Podcast darüber spreche.

Außerdem erlebe ich, dass es anderen Menschen etwas gibt, wenn ich sie an meiner Gedanken- und Erfahrungskirmes teilhaben lasse.

Menschen, die sich dadurch weniger allein fühlen mit ihrem Eltern-/Frau-sein/Alltags-Chaos.

Und das ist keine Einbahnstraße. Auch ich hab das Gefühl, dass ich die Unperfektheit des ganzen Klamauks in mir und um mich herum viel besser in meine Persönlichkeit integrieren kann, weil ich durch das Feedback meiner Leser und Follower merke: Aha, isso. Isso normal. Schön.

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Ich hab für das Internet und all seine Vorzüge meinen inneren Raum aufgemacht.

Allerdings hat der Grenzen. Ich rede und schreibe über Vieles, aber über längst nicht alles.

Meine Grenze ist mein Bauch. Und das meine ich in diesem Fall nicht körperlich.

Es gibt Angelegenheiten, da meldet meine Körpermitte mir „Lass das mal bei dir, lass das mal offline“. Daran halte ich mich. Natürlich beobachte ich, dass die Bäuche anderer Menschen andere Grenzen kommunizieren. Andere Bäuche, andere Grenzen, quasi.

Dass sich seit einiger Zeit ganze Blogs und Social-Media-Accounts um einschneidende Lebensereignisse, um Krankheiten und Verluste drehen, ist nicht zu übersehen.

Ich vermute, dass dahinter ein großer Wunsch nach Aufarbeitung steht. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass das heilsam sein kann.

Es tut immer gut, wenn man erfährt, hey, wir sind viele! Und ich weiß, dass auch hier das Prinzip Austausch greift.

Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben; geben und bekommen. Austausch der zeigt, dass das Leben weitergeht. Mein Ding ist das bislang nicht so richtig. Weil: Bauch-Grenze.

Was ich allerdings viel krasser und befremdlicher finde als die neue Entgrenztheit at all, ist die Distanzlosigkeit, der man oft in den Kommentaren zu Posts entsprechender Accounts oder Blogs begegnet.

Klar, jetzt kann man sagen, dass die Autoren mit dem Echo auf ihre Offenheit leben müssen, aber ich beobachte da zuweilen Unverschämtheiten und Übergriffigkeiten, die ihresgleichen suchen. Vielleicht, weil man der anderen Person nicht von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht. Vielleicht, weil sie Dinge auslebt, die man sich selbst verbietet.

Ich weiß es nicht, aber es ist bestürzend.

Ich persönlich meide derartige Accounts eher. Wenn es Menschen sind, die ich kenne, die mir vielleicht sogar irgendwie nahestehen, behalte ich mir vor, nicht jeden ihrer Posts zu lesen.

Ich darf ja weggucken. Ich brauche nicht immer die volle Breitseite „Leben der Anderen“.

Manchmal rührt es vielleicht auch zu sehr meine ureigenen Ängste an. Und ausfallende Kommentare zu einigen Beiträgen ertrage ich schlichtweg kaum, die rufen Übelkeit, Wut und Unverständnis in mir hervor.

stop

Ich hab keine Lust auf Schlammschlachten, deshalb gebe ich mir das gar nicht und gucke lieber meinen Kindern zu, wie sie im echten Leben mit Dreck werfen, das macht mehr Bock.

Aber wie gesagt: andere Bäuche, andere Grenzen.

Lili hat folgendes zum Thema zu sagen:

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Immer wieder stolpere ich über Profile auf denen Eltern ihre furchtbaren Schicksale verarbeiten.

Vorne weg: ich kann es verstehen!

Ich bin auch ein Mensch der Erlebtes erzählen muss. Ich kann mit meinen Ängsten und mit meiner Trauer nicht alleine sein.

Klar, das muss wirklich jeder für sich wissen aber ich denke, dass das darüber sprechen/schreiben eine gesunde Art und Weise ist mit etwas klar zu kommen.

Es gibt auf Instagram leider so furchtbar viele Profile von Eltern die ihre Kinder verloren haben; allein der Gedanke daran treibt mir die Tränen in die Augen. Ich folge kaum solchen Profilen. Ich ertrage es einfach nicht.

Ich Frage mich, wer die oftmals viele tausenden Follower dieser Profile sind?

Attachment0 (1)

Ich lehne mich jetzt aus dem Fenster und behaupte, dass der Großteil einfach nur Gaffer sind. Menschen die das Unglück und Leid anderer Menschen aufsaugen um sich selbst besser zu fühlen.

Menschen, die sich anmaßen zu behaupten, eine Mutter vermarktet die Krankheit des eigenen Kindes bei Instagram damit sie mehr Follower bekommt.

Wie krank muss man für solch einen Gedanken bitte sein? Gaffer die eine trauernde Mutter beschimpfen, sie hätte still für sich zu trauern und nicht im Internet. Gaffer, die der Meinung sind eine Mutter sollte kein 2. Kind bekommen weil das erste mit einer Behinderung auf die Welt kam.

Diese Menschen tummeln sich hier auf Instagram und suchen sich meiner Meinung nach aktiv solche Profile um ihren Frust abzulassen.“

cut

An dieser Stelle möchte ich einen Cut machen, denn ihr seht schon, dass jeder eine eigene Sicht auf diese Thematik hat; und da noch 3 weiter Damen folgen werden #woohoooo, welche die gleiche Aufmerksamkeit für ihre Gedanken verdient haben; habe ich mich entschlossen aus dem ursprünglichen Beitrag 2 zu machen.

Im zweiten Teil könnt ihr nachlesen, was Simone, aka. Mösi, Birgit und Tina (die den enormen Effekt des Trauertourismus selbst erlebt hat) zum Thema zu sagen haben. Ihr dürft gespannt sein!

Bis dahin könnt ihr gern in den Kommentaren eure Sicht der Dinge kundtun! Wir freuen uns!

9 Gedanken zu “Trauertourismus #1

  1. Bianca schreibt:

    Ich persönlich glaube ja, dass das in vielen Fällen einfach das Bedürfnis ist, etwas zu fühlen. Egal was. Einfach irgendwas.
    Anders kann ich mir zB auch den Erfolg von Serien wie „Der Klub der roten Bänder“ – um die ich übrigens einen großen Bogen mache, weil wer will schon Unterhaltungsfernsehen über eine Gruppe totkranke/sterbende Kinder sehen?! – nicht erklären.
    Wir leben in einer abgestumpften, konsumgeilen, zu einem nicht unerheblichen Teil unreflektierten (und manchmal auch ziemlich verblödeten) Gesellschaft.
    Sozial Media ist, mal abgesehen davon, was jeder selbst von sich preis gibt, nichts weiter als Konsum. Eine Möglichkeit, sich mal eben einen „Schuss Emotionen zu setzen“.
    Und ja, gelegentlich fällt mir selbst auf, wie primitiv das eigentlich ist.
    Und ich empfinde es für mich selbst (wie ändere das angehen ist mir tatsächlich weitgehend egal) in vielen Fällen als absolut pietätlos, einem bis dato völlig Fremden kurz nach dem öffentlich werden eines Schicksalsschlages zu folgen.
    Egal, was man davon mitnimmt – Gleichgesinnte, jemand mit ähnlichem Schicksal oder einfach einer großen Dosis Gefühl – so lange nicht mit erhobenem Zeigefinger mit Vorwürfen um sich geworfen wird, ist es wahrscheinlich einfach nur menschlich und irgendwie okay. Immerhin nimmt der Betroffene sehr wahrscheinlich ähnliches für sich daraus mit.

    Ich selbst folge wenigen „Schicksalsprofilen“. Alleine schon aus einem gewissen Selbstschutz heraus, weil ich zu viel „fremdes Leid“ in meinem Feed einfach emotional nicht ertrage.
    Den einen folge ich, weil ich ihnen schon vor diesen Zeiten aus Sympathie gefolgt bin. Den anderen zB, weil ich ein ähnliches Schicksal in der Familie habe und hoffe so irgendwie rauszubekommen, wie ich damit (und der Person) umgehen sollte/kann.

    Liest sich jetzt vielleicht wie eine Rechtfertigung. Ist es wahrscheinlich auch.
    Ich geh jetzt den Haushalt machen und reflektiere noch ein bisschen vor mich hin.
    Vielleicht ist ja schon morgen der Tag, an dem ich dem ganzen den Rücken kehre und mich nur noch um meine Probleme kümmere.
    Vielleicht auch nächste Woche. Nächstes Jahr.
    Vielleicht auch nie.
    Wie gesagt: primitiv, aber irgendwie menschlich.

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  2. Sina schreibt:

    Ein toller Bericht. Ich glaube, dass viele Menschen von diesen Profilen „grauenhaft fasziniert“ sind. Dieser Begriff trifft es für mich am besten. Man möchte sich schaudern, erschrecken und auch mitfühlen(!) aber es ist nicht blutig wie ein Horrorfilm oder nervenaufreibend wie ein Thriller.
    Man ist nicht selbst betroffen und kann wieder abschalten wenn man genug hat. Und das Beste: Es ist “ reality „

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  3. maella.mami schreibt:

    Danke für deinen spannenden Beitrag! Ich gehöre auch zu den Trauertouristen! Ich sag dir mal was mich dazu bewegt ein Trauertourist zu sein: nicht alle Profile aber einige dieser Profilen mit einer so traurigen Geschichtebziehen mich an! Ich fühle mit diesen Menschen immer mit! Aber erst seitdem ich Mama bin! Das Thema Tod beängstigt mich sehr! Schon immer! Es beschäftigt mich! Schon immer! Ich musste zum Glück noch nie einen solchen Verlust erleben! Aber grad wenn ein Baby sterben muss – schätze ich wieder umso mehr, dass ich ein gesundes Baby haben darf! Mit dem ich mich beschäftigen soll! Die Zeit mit meinem Baby geniessen! Denn man weiss nie wann es vorbei ist! Denn es kann jeden von uns treffen! Und ich freue mich jeweils mit diesen Mamas wenn sie ein Regenbogenbaby bekommen dürfen!!

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  4. Melanie schreibt:

    Neben dem oben genannten ist da auf jeden Fall auch Bewunderung für diese Menschen, die so ein schlimmes Schicksal hatten und trotzdem nicht aufgeben, weiter kämpfen. Sie geben Hoffnung und Mut und zeigen, dass man erstens nicht alleine ist, zweitens man auch seine Gefühle und Gedanken frei äußern und zulassen darf (es ist vollkommen okay bspw. wütend zu sein) und drittens das Leben weitergeht und man dann doch iwann wieder glücklich sein kann. Vielen helfen sie so wahrscheinlich eigene traumatische Erfahrungen zu akzeptieren und wieder Hoffnung zu bekommen. Klar, wir haben unzählige Tränen vergossen als bspw. das kleine Baby im Mutterleib verstorben ist, aber wir vergießen sie wieder beim positiven Schwangerschaftstest dieser Person und wenn sie ihr Regenbogenbaby in den Armen hält. Denn die meisten dieser Leute sind Kämpfer, die uns als Vorbild dienen können und uns oft zeigen, wieso es sich lohnt zu leben und weiterzukämpfen

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