Kein Weg zurück

Hallo, ich bin Julie und ich übernehme hier heute die Kontrolle.

Vorab möchte ich aber ein großes Dankeschön an meinen Insta-Buddy Handbier aussprechen.

Danke, dass du mir eine Plattform bietest, um über ein heikles Thema zu berichten!

Bevor ich aber los lege, möchte ich mich noch kurz vorstellen; mein Name ist Julie  #Wiederholungfestigt , image1ich bin 38 Jahre alt jung; und Mutter von 2 Kindern (knapp 2 & 5 Jahre alt). Ich lebe mit meinem selbstständigen Mann in Belgien, an der Grenze zu Deutschland und Luxemburg; und ich arbeite in Teilzeit bei ihm.

Nebenbei regle ich alle privaten Termine #kennter; verbringe viel Zeit mit meinen Kindern und schmeiße den Haushalt #momlifeundso.

 

 

Das soll es dann auch schon zu meiner Person gewesen sein; und da wir uns jetzt besser kennen, geht´s nun direkt und ohne Umschweife um folgendes Thema:

 

Endometriose – Schmerzen im Unterleib.

Als ich 2013 meinen Mann heiratete, war klar dass wir schnell Kinder wollen. Wir hatten Glück; und ich wurde beide Male sofort schwanger. Alles verlief ohne Probleme, bis auf die Tatsache dass ich aufgrund meines Rheumas (Spondylarthrose) beide Male per Kaiserschnitt gebären musste.

Nachdem meine Tochter geboren wurde und unsere Familienplanung damit abgeschlossen war, entschied ich mich gegen hormonelle Verhütung.

Ich wollte nicht mehr. Stop

Das hatte mehrere Gründe. Ich hatte durch den Verzicht schlichtweg eine bessere Grundstimmung und auch mehr Lust am und beim Sex (was nicht nur den Mann freute #isklar 😉 ).

Mein Mann entschied sich also für eine Sterilisation (Familienplanung beendet #youremember), da dieser Eingriff für Männer wesentlich „kleiner“ ist, als für uns Frauen. Wie sich herausstellte, war diese Entscheidung aber leider zu früh gefallen #dödömm.

Nach ca. einem Jahr Stillzeit, fing nämlich mein Leiden an.

Ich hatte zwar schon in jungen Jahren Schmerzen während meiner Periode (inklusive stärkerer Blutungen und Müdigkeit – gerne auch noch gepaart mit Migräne); sowie Schmerzen beim Sex (je nach Position), welche zu meinem Alltag gehörten; aber bis dato war es ja auszuhalten.

Ich dachte schlichtweg das sei normal.

Irgendwann fing ich an meinen Körper -und was mit ihm geschieht- bewusster zu beobachten; und zu fühlen.

Das -liebe Ladies- macht Frau viel zu selten!

Ich wollte nicht mehr leiden; und somit habe ich verschiedenen Frauenärzten von meinen (seit der Jugend als „normal“ abgetanen) Beschwerden erzählt. Ich wurde beispielsweise auch durch den MRT geschickt, doch wirklich viel sah man nicht.

Irgendwann traf ich aber auf einen Gynäkologen, welcher den ersehnten Satz aussprach:

„Eine Frau muss heute keine Schmerzen mehr ertragen!“ !

Was ich ihm berichtete deutete auf eine Endometriose hin.

Typische Endometriose-Symptome:

  •  Starke, oft krampfartige Schmerzen während der Monatsblutung.
  • Wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch, besonders in der zweiten Hälfte des Monatszyklus.
  • Verstärkte Monatsblutung.
  • Bauch- und Rückenschmerzen, die eventuell in die Beine ausstrahlen.•Schmerzen beim oder nach dem Sex.
  • Schmerzen bei gynäkologischen Untersuchungen.
  • Schmerzen oder Probleme beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen.
  • Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.

Auf mich trafen mittlerweile fast alle oben genannten Symptome zu; ein unhaltbarer Zustand.

Der Arzt leitete mich an eine Kollegin weiter, deren Spezialgebiet eben Endometriose ist. Sie machte einen Ultraschall und bemerkte bei der Untersuchung kleine Verwachsungen. Nicht außergewöhnlich viele, aber diese kamen als Verursacher der Beschwerden in Frage. Sie zählte mir meine Therapie-Möglichkeiten auf :

A: Einsetzen einer Spirale, denn Hormone kriegen das ja wieder in den Griff. Plus lösen der Verklebungen per Laparaskopie.

B: Entfernung der Gebärmutter plus Gebärmutterhals. Lösen der Verklebungen per Laparaskopie (no way back) —> Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass man die Eierstöcke erhalten kann, und somit der normale Hormonhaushalt intakt bleibt. Heißt keine Menopause von 0 auf 100!

Ich habe das Ganze erstmal sacken lassen. Immerhin war dieses wichtige Organ mal das Zuhause meiner Kinder. Ohne „SIE“ wären beide nicht hier.boygirl

Viele Fragen schwirrten durch meinen Kopf. Würde der Orgasmus ohne die Gebärmutter genau so intensiv sein wie vorher? Wie fühlt sich der Körper ohne „SIE“ an? Dann die Angst vor Komplikationen die natürlich bei jeder Operation gegeben sind. Es folgte das unvermeidliche Pro-/ und Kontra-Abwägen.

Ich habe mir 3-4 Wochen Gedanken zu diesem Schritt gemacht und muss gestehen dass ich einen kleinen Abschied mit meiner alten Freundin – der Gebärmutter gefeiert habe.

Ich habe mich gedanklich bei ihr bedankt, dass sie mir 2 gesunde Kinder geschenkt hat.

Nüchtern betrachtet, hatte ich ja nun aber keine Verwendung mehr für „Sie“; und der Gedanke endlich nicht mehr jeden Monat leiden zu müssen, nie mehr Tampons und Binden überall griffbereit verstauen zu müssen, keine Hormone mehr nehmen zu müssen; der war auch wirklich sehr verlockend!

Ein Stück neue Freiheit vielleicht?

Nach Rücksprache mit der Ärztin beschloss ich den endgültigen Weg zu gehen. Letzten Montag war es dann soweit. Unter Vollnarkose, durch 4 kleine Löcher wurde die Hysterektomie durchgeführt und die Gebärmutter vaginal entfernt.

Endlich geschafft! Nach der OP sagte die Ärztin mir dass ich die richtige Entscheidung getroffen hätte (Vieles sieht man ja erst während der Op), denn zusätzlich zu der eher leichten Endometriose hatte ich eine Adenomyose.

Die Beschwerden wären also trotz Spirale irgendwann zurückgekommen oder wären eventuell nur leicht gelindert worden. Die Adenomyose kann übrigens allein, oder zusammen mit unterschiedlichen Formen der Endometriose auftreten. Hier ein sehr interessanter Link zu dem Thema.book

Jede Frau, jeder Körper ist so unterschiedlich! Falls ihr euch wieder erkennt oder ebenfalls betroffen seid, lege ich euch ans Herz selbst bei mehr oder weniger starken Unterleibsschmerzen einen guten Gynäkologen (selbst einen zweiten oder dritten…) aufzusuchen.

Lasst nicht locker! Verschafft euch Gehör! Informiert euch!

Und das wichtigste: Habt keine Angst! Hoffentlich konnte ich ein paar von euch Frauen „helfen“ oder zumindest hellhörig werden lassen. think!

Besucht mich einfach auf Instagram und schreibt mir gerne wenn euch das Thema interessiert oder ihr selbst betroffen seid.

Ich werde in ca. 4-6 Wochen erneut berichten wie es mir geht. Bis dahin lasse ich mich etwas verwöhnen und schalte 2-5 Gänge runter.

Schön, dass ihr meinen ersten Gastbeitrag überhaupt #wohoo gelesen habt.

rainbEure Julie

 

 

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2 Gedanken zu “Kein Weg zurück

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